Pilzschnitzel? Tierisch gut!
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Pilzschnitzel? Tierisch gut!

Es muss nicht immer Fleisch sein – aber geht es wirklich ganz ohne? Ein hartgesottener Fleischfresser und eine überzeugte Vegetarierin kreuzen beim Vegi-Food-Test die Klingen.

Mein Bemühen, ein guter Mensch zu sein, endet auf dem Teller. Und Hinweise wie «Pilzprodukt» oder «zum Erhitztessen» auf der Verpackung steigern eher meine sadistischen Triebe als etwas anderes. Trotzdem muss ich zugeben: der getestete Aufschnitt aus Quorn ist gar nicht mal so übel. Nur störrischer als echtes Fleisch – dafür nach dem ersten Bissen schon etwas pampig.

So ist auch das Quorn-Schnitzel für einen – sagen wir mal – Fitness-Teller akzeptabel. Wieder stört die klebrige Konsistenz. Das Quorn-Geschnetzelte hingegen ist zwar geschmacklich etwas unklar definiert (das ist beim Original leider oft auch so), knusprig gebrutzelt schmeckt es jedoch.

Völlig deprimierend hingegen sind Machwerke wie Mais-Schnitzel oder Gemüse-Medaillons. Da hilft nicht mal scharfes Würzen. Also bleibe ich lieber auf meiner schrecklich tiefen Karma-Stufe, denn dieses Zeug ist so langweilig gesund, dass man sich sofort in einem Sanatorium wähnt.

Ein überraschender Geheimtipp: Hotdog mit Quorn-Wienerli. Bei dieser Kombination ist der Stallgeruch des Junk gut getroffen, und nach Konsistenz fragt selbst beim Original kein Mensch.

Silvano Cerutti

Dem übersättigten Magen zum Trotz: Nach zehn Tranchen Aufschnitt, einem Schnitzel, zwei Hotdogs und einer Portion Geschnetzeltem mit Blattsalat im Bauch kommt kein halbwegs verantwortungsvoller Mensch umhin, sich zu fragen: Warum sollten meinetwegen herzige Schweinchen geschlachtet werden?

Das ist kein Gutmenschen-Gewäsch, ganz im Gegenteil. Nach den geschilderten Gaumenfreuden lässt sich eindeutig konstatieren: Es gibt keinen Grund, auf Fleisch zu bestehen – zumindest keinen kulinarischen.

Vegetarier können nämlich fast alles tun, was gestandene Fleischfresser als unverzichtbar erachten: eine Scheibe würzigen Aufschnitt mit Mayo auf eine Baguette-Scheibe pflanzen, ein knackiges Schnitzel mit Blattsalat kombinieren.

Nehmen wir zum Beispiel das Quorn-Wienerli. Das knackt zugegebenermassen nicht so schön wie das Original, schmeckt aber genauso lecker nach Junk-Food. Es lässt sich zudem auf drei Arten zubereiten (Bratpfanne, Backofen, Mikrowelle) und ist nahezu fettfrei. Zum Vergleich: Das Original bringt es immerhin auf 24 Gramm Fettgehalt. Noch Fragen?

Claudia Schlup

Quorn-Geschnetzeltes nature

durchgegart, 222 Gramm/ 5,5 Gramm Fett, Migros, 5.10 Fr.

Maisnuggets

150 Gramm/ 13,5 Gramm Fett, Coop, 3.95 Fr.

Quorn-Hotdog

geräuchert, gekocht, 180 Gramm/ 14,4 Gramm Fett, Migros, 4.60 Fr.

Gemüse-Medaillons

200 Gramm/ 18 Gramm Fett, Coop, 4.95 Fr.

Quorn-Schnitzel

vorfrittiert und durchgebraten, 228 Gramm/ 20 Gramm Fett, Migros, 5.95 Fr.

Quorn-Peperoniwurst

gekocht, 86 Gramm/ 8,6 Gramm Fett, Migros, 2.60 Fr.

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