Aktualisiert 01.10.2010 10:27

Fossilienfund

Pinguin ohne Frack entdeckt

Amerikanische Forscher haben an der Südküste von Peru einen versteinerten Riesenpinguin entdeckt. Seine Farbe unterscheidet sich stark von den heute lebenden Nachfahren.

von
pbl
So dürfte der Ur-Pinguin ausgesehen haben.

So dürfte der Ur-Pinguin ausgesehen haben.

Der auf den Namen «Pedro» getaufte Pinguin lebte vor rund 36 Millionen Jahren im Gebiet des Paracas-Nationalparks, sein wissenschaftlicher Name lautet Inkayacu paracasensis. Mit rund 1,5 Metern war er deutlich grösser als der Kaiserpinguin, die grösste lebende Art. Für Aufsehen sorgt der Fund, weil nicht nur versteinerte Knochen, sondern auch Federn entdeckt wurden. «Vor diesem Fossil hatten wir keinen Beleg über Federn, Farben und Flossenformen früherer Pinguine», sagte Julia Clarke von der Universität Texas.

Dabei zeigte sich, dass der Urpinguin bereits das dichte Federkleid seiner Nachfahren besass, äusserlich jedoch ähnelte eher anderen lebenden Vogelarten. Seine Federn waren rotbraun bis grau gefärbt und nicht im frackartigen Schwarz-Weiss. Es sei möglich, dass diese ersten Pinguine keine so guten Taucher waren wie die heutigen Arten und vielleicht nur an der Oberfläche schwammen, sagte Clarke dem Magazin «Science». Es handle sich «um einen evolutionären Übergang, der in gewisser Hinsicht dramatisch ist».

Deutlich lapidarer äusserte sich Jakob Vinther von der Universität Yale, ein Ko-Autor der Studie: «Es ist einfach cool, dass wir einen Eindruck erhalten von der Farbe eines bemerkenswerten ausgestorbenen Organismus.»

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