Aktualisiert 03.12.2008 20:41

Pionierrolle

Pink Cross drückt Corine Mauch fest die Daumen

Mit Corine Mauch (SP) könnte erstmals eine lesbische Frau Zürcher Stadtpräsidentin werden. «Für uns ist das ein Glücksfall», jubeln Homo-Organisationen.

von
Raffaela Moresi

Wird es Kathrin Martelli (FDP) oder Corine Mauch (SP)? Dass am 8. Februar 2009 eine Frau das Zürcher Stadtpräsidium übernimmt, ist praktisch sicher. Macht Mauch das Rennen, kommt es allerdings zu einer weiteren Premiere: Zürich bekäme eine Stadtpräsidentin, die sich offen zu ihrer Homosexualität und zu ihrer langjährigen Partnerin bekennt. «Das ist meine private Lebensweise, nicht mein politisches Thema», so Mauch, «aber es gehört zu mir.»

Brigitte Röösli von der Lesbenorganisation Schweiz bewundert den Mut der Zürcher Gemeinderätin: «Es ist eine grosse Freude, dass sie so klar dazu steht.» Noch immer gebe es kaum geoutete Homosexuelle in wichtigen Positionen. «Als Vorreiterin setzt sie für andere Lesben ein Zeichen: Auch mit unserer Lebensform kann man angesehen sein.»

Ähnlicher Meinung ist Moël Volken von Pink Cross: «Das Tabu ist noch immer sehr viel grösser, als sich das viele vorstellen.» Dabei geben Homosexuelle laut Volken hervorragende Politiker ab. «Sie sind es gewohnt, auch schwierige Situationen zu meistern.»

Corine Mauch selbst hat keine Angst, dass ihr ihre Offenheit zum Verhängnis wird: «Sicher gibt es Leute, die sich daran stören.» Doch in einer Stadt wie Zürich sei dies doch wirklich kein Thema mehr.

Vollenwyder gegen Liebi

FDP-Stadtrat Martin Vollenwyder macht Radau: Obwohl sich seine Partei hinter die Kandidatur von Roger Liebi gestellt hat, sträubt sich Vollenwyder gegen den SVP-Mann in der Stadtregierung. Er wolle am Morgen noch in den Spiegel schauen können, begründete Vollenwyder gegenüber Radio 1 seine Haltung. Die FDP-Delegierten empfahlen Liebi am Dienstagabend zur Wahl – Gegenstimmen gab es keine, aber vier Enthaltungen.

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