Neuer Trend: Pinkel-Partys mit verbilligten Drinks
Aktualisiert

Neuer TrendPinkel-Partys mit verbilligten Drinks

Thun sucht den Pisser des Monats: Diesen unehrenhaften Titel erhält, wer an einer Fete zuerst aufs Klo muss – und so dafür sorgt, dass die Drinks teurer werden.

von
Nora Camenisch
Durchhaltewille ist Pflicht.

Durchhaltewille ist Pflicht.

Das stille Örtchen wird zur verbotenen Zone: Im Club Kraftstoff findet am 7. Juli eine Piss- Stop-Party statt. Was in Thun neu ist, ist in Deutschland bereits Trend: In einem Club sind die Getränke so lange billiger, bis der erste Gast aufs WC muss. Im Kraftstoff kosten Longdrinks 7 statt 10, das Bier 3 statt 5 und Softdrinks 2 Franken. Damit sich niemand unbemerkt aufs Klo schleichen kann, hält der Club eine Wache bereit.

«Neben der Toilette wartet ein Wachmann mit der Kamera. Der macht dann ein Foto vom ‹Pisser des Monats›», so Geschäftsführer Alex Müller. Dass die Partypeople wie in Deutschland in ihrer Not in einen Becher oder gar in die Hose machen, sei noch nicht vorgekommen. «Der Rekord fürs ‹Verhäbe› liegt im Moment bei fast zwei Stunden», so Müller, der bereits Pinkel-Partys organisiert hat.

Der Spass ist nicht ganz harmlos: Sich das Pinkeln zu verkneifen, kann laut dem Urologen Roger Berdou schädlich sein. «Bei jemandem, der dies öfters tut oder Vorerkrankungen hat, kann es irgendwann dazu führen, dass er nicht mehr auf die Toilette kann.»

Für nicht allzu bedenklich hält Suchtexperte Ruedi Löffel die Aktion: «Wichtig ist, dass die Softdrinks billiger sind als der Alkohol.»

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