Aktualisiert 01.04.2005 12:45

Pinochets Schweizer Geheimkontos

Auch die Schweiz geht angeblichen Geheimkonten von Ex- Diktator Augusto Pinochet nach.

Die chilenische Justiz bat die Bundesbehörden, allfällige Bankdokumente auszuhändigen. Die Sperrung der Konten verlangte sie aber bisher nicht. Das Bundesamt für Justiz (BJ) bearbeite zurzeit ein entsprechendes chilenisches Rechtshilfegesuch, sagte BJ-Sprecher Folco Galli am Freitag auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda. Das Gesuch datiere vom 10. Januar, sei aber erst am 16. März in Bern eingetroffen.

Die Anfrage drehe sich um Konten von Pinochet «und anderen Personen», sagte Galli, ohne nähere Angaben zu diesen Personen und zur Zahl möglicher Konten zu machen.

Der US-Senat prüft zurzeit Berichten, wonach Pinochet grosse Geldsummen in mehrere Länder abführte. Nach Angaben der italienischen Nachrichtenagentur Adnkronos geht der US-Senat davon aus, dass Gelder unter anderem in die Schweiz verschoben wurden.

Insgesamt sollen Pinochet und seine Entourage über rund 125 Konten in aller Welt verfügen. Auf diesen Konten liegen angeblich rund 17 Millionen Dollar.

Chilenische Medien berichteten diese Woche, in den USA seien bereits Konten entdeckt worden, die Pinochet und seine Vertrauenspersonen unter falschem Namen geführt hätten. Häufig seien Geldbeträge von einem Konto aufs nächste verschoben worden.

Acht Pässe

Nach früheren Berichten bediente sich Pinochet dabei mindestens acht verschiedener Pässe mit falschen Namen. Richter Sergio Muñoz ermittelt gegen den 89-Jährigen wegen der unklaren Herkunft der Dollarmillionen und wegen des Verdachts auf Steuerhinterziehung.

Pinochet steht bereits wegen Mordes und Entführung während der Militärdiktatur zwischen 1973 und 1990 unter Anklage.

(sda)

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