Pinterest verbietet Werbung zum Abnehmen
Pinterest will die mentale Gesundheit der Community schützen und verbietet deshalb Abnehm-Werbung.

Pinterest will die mentale Gesundheit der Community schützen und verbietet deshalb Abnehm-Werbung.

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Als erste grosse PlattformPinterest verbietet Werbung zum Abnehmen

Als erstes grosses Soziales Netzwerk verbietet Pinterest Werbung für Gewichtsverlust. Man wolle die psychische Gesundheit der Community schützen und gegen Bodyshaming vorgehen.

von
Gloria Karthan

Pinterest, eine Art Inspirations-Pinnwand mit rund 478 Millionen aktiven Nutzerinnen und Nutzern, will gegen Bodyshaming vorgehen und verbietet neuerdings Diät-Werbeanzeigen. Besonders jetzt, da der Sommer vor der Tür stehe und die Pandemie sich langsam dem Ende nähere, hätten Menschen vermehrt Probleme mit dem eigenen Körperbild, schreibt das Unternehmen in einer Mitteilung.

Weil Menschen wieder vermehrt persönlichen Kontakt haben, würden sich viele zusätzlich unter Druck gesetzt fühlen. Das bestätigt auch die US-amerikanische National Eating Disorders Association (NEDA) und die National Association of Anorexia Nervosa and Associated Disorders (ANAD): Seit Beginn der Pandemie im vergangenen Jahr habe es einen deutlichen Anstieg von bedenklichem Essverhalten und Essstörungen bei jungen Menschen gegeben.

Unbeschwert den Sommer planen

«Pinterest ist ein Ort für alle – unabhängig von Gewicht und körperlichem Erscheinungsbild. Wir möchten, dass Pinterest-Nutzer und -Nutzerinnen ihren Sommer planen können, ohne mit Anzeigen zum Abnehmen konfrontiert zu werden», heisst es in der Mitteilung der Plattform.

Darum aktualisiert Pinterest seine Anzeigenrichtlinien und verbietet alle Anzeigen rund ums Thema Gewichtsverlust. Dazu gehören allgemeine Texte und Bilder zum Thema, Erfahrungsberichte über Diät-Produkte sowie Verweise auf den eigenen BMI oder ähnliche Körpereinheiten. Ausserdem sind neu Texte und Bilder, die bestimmte Körpertypen idealisieren oder verunglimpfen, verboten. Werbung für Abnehm-Pillen oder Appetitzügler sowie Vorher-Nachher-Bilder bezüglich Gewichtsverlust hat die Plattform bereits seit einiger Zeit verbannt.

Suchverhalten ändert sich

Auch bei den Nutzerinnen und Nutzern von Pinterest scheint ein Umdenken stattzufinden: Sie suchen vermehrt nach «Body Neutrality», einem Begriff aus der Body-Positivity-Bewegung, bei dem der Fokus darauf liegt, was unser Körper alles für uns tut, statt darauf, wie er aussieht. Die Suchanfragen nach diesem Begriff der radikalen Selbstakzeptanz sind im Vergleich zum vergangenen Jahr um das fünffache gestiegen.

«Zitate für positive Einstellung» wurde 13-mal häufiger gesucht, «Zitate gegen Bodyshaming» fünfmal häufiger. Die Anfragen zu «Kunst zum Thema Selbstliebe» sind sogar um das 63-Fache angestiegen.

Body Neutrality löst laut Pinterest-Prognosen Body Positivity ab.

Body Neutrality löst laut Pinterest-Prognosen Body Positivity ab.

Pinterest

Suchen Userinnen oder User nach Begriffen rund ums Thema Essstörungen, blockiert Pinterest die Suchergebnisse und leitet sie zu Fachorganisationen weiter, wo sie Unterstützung bekommen. Bei der Änderung der neuen Richtlinien wurde Pinterest von der US-amerikanischen National Eating Disorders Association (NEDA) unterstützt. «Die National Eating Disorders Association (NEDA) begrüsst die Entscheidung von Pinterest. Dass die psychische Gesundheit der Userinnen und User priorisiert wird, ist ein wichtiges Zeichen – besonders bei so wichtigen Themen wie Diät-Kultur, Bodyshaming und Essstörungen.»

Hast du oder hat jemand, den du kennst, eine Essstörung?

Hier findest du Hilfe:

Fachstelle PEP, Beratung für Betroffene und Angehörige

Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

Dargebotene Hand, Sorgen-Hotline, Tel. 143

Elternberatung, Tel. 058 261 61 61

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