Aktualisiert 22.02.2020 21:48

Cupfinals

Piranhas revanchieren sich an den Jets

Titelverteidiger Kloten-Dietlikon macht im Unihockey-Cupfinal der Frauen einen Rückstand wett, unterliegt Erzrivale Piranha Chur am Ende aber 3:7. Bei den Männern jubelt Zug United.

von
Marisa Kuny
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Piranha Chur jubelt über den Cupsieg.

Piranha Chur jubelt über den Cupsieg.

Keystone/Georgios Kefalas
Enttäuschte Finalverliererinnen der Kloten-Dietlikon-Jets.

Enttäuschte Finalverliererinnen der Kloten-Dietlikon-Jets.

Keystone/Georgios Kefalas
Katrin Zwinggi bringt die Bündnerinnen mit zwei Toren früh auf die Siegerstrasse.

Katrin Zwinggi bringt die Bündnerinnen mit zwei Toren früh auf die Siegerstrasse.

kein Anbieter/Claudio Thoma/freshfocus

Die Spielerinnen der Kloten-Dietlikon Jets kommen an diesem Cupfinaltag wegen Stau rund um die Stadt Bern später als geplant in der Wankdorfhalle an, sie finden verspätet ins Spiel und sie sind irgendwann im letzten Drittel früher als beabsichtigt wieder raus. Als Titelverteidigerinnen waren die Jets in diesem Cup-Duell die Gejagten. Und als solche jagten sie selbst bis zur 44. Minute einem Rückstand hinterher, den sie sich im ersten Drittel eingefangen hatten.

Katrin Zwinggi war die Frau der ersten 20 Minuten: Zuerst vereitelte Churs Grande Dame einen Gegentreffer, den Julia Suter und Alice Granstedt im Zusammenspiel eigentlich schon fast auf sicher hatten, dann gelang ihr ein Shorthander und schliesslich zwang Zwinggi den Ball kurz vor der ersten Pause im Nachschuss mit Nachdruck ins Netz. 2:0 stand es nach zwanzig Minuten im Cupfinal zwischen Piranha Chur und den Kloten-Dietlikon Jets – das hatten wir doch schon einmal.

Erinnerungen an den letzten Cupfinal

So hiess der Stand nämlich auch vor einem Jahr bevor den Glattalerinnen eine irre Wende zum 4:2-Endstand gelang. Heuer schien sich diese Geschichte zu wiederholen. Denn im Mitteldrittel waren die Jets nun richtig in dieser Partie angekommen. Und rechtzeitig zurück für diesen Cupfinal war auch Stürmerin Michelle Wiki. Sie bestritt erst den zweiten Ernstkampf nach ihrer Knieverletzung, die sie sich im WM-Final gegen Schweden im Dezember zugezogen hatte. Und sie spielte sogleich wieder eine tragende Rolle. Mit einem entschlossenen Drehschuss erwischt sie Jill Münger im Churer Tor zum 1:2. Und als im letzten Abschnitt die tschechische Internationale Hana Koní?ková zum Ausgleich traf, dachte sich Wiki: «Jetzt packen wir sie wie letztes Jahr.»

Doch hier hören die Parallelen zum Cupfinal vor einem Jahr auf. Denn statt erstmals in dieser Partie in Führung zu gehen, liessen die Jets Sereina Ulber die wieder bissiger gewordenen Piranhas erneut in Front schiessen. Die Churer Internationale spricht nach dem Schlusspfiff von einer Willensleistung. «Das 2:2 war für uns ein krasser Moment. Unser Block hatte bis dahin schwach gespielt und wir haben uns gesagt, jetzt müssen wir etwas machen.» Und wie sie das taten. Zweimal Anja Dellagiovanna, Chiara Gredig und Katrin Zwinggi erhöhten bis zur 53. Minute auf 7:2. Alle diese Treffer fielen, als die Jets-Paradeformation mit Alice Granstedt und Iza Rydfjäll auf dem Feld stand. Die beiden schwedischen Weltmeisterinnen wirkten in dieser Partie zwar bemüht, setzten offensiv aber keine grossen Akzente.

«Wir haben es verbockt»

Evelyne Ackermanns 3:7 kurz vor Schluss ging im Glücksrausch der Bündnerinnen unter. Und bei den Jets herrschte bei der Medaillenvergabe die grosse Ernüchterung. Fünf Gegentore innert gut fünf Minuten hatten sie am Ende den Titel gekostet. Zurück bleibt ein etwas ratlos wirkender Trainer Stefan Jakob, der sagt: «Wir waren gerade im Mitteldrittel das bessere Team und doch haben wir es verbockt.» Chur hat die Cupgeschichte heuer neu geschrieben, die Frage, warum die Jets darin eine Verliererrolle spielen, konnten die Protagonistinnen gleich nach dem Spiel nicht beantworten.

Dramatisches Endspiel der Männer

Bei den Männern war es Zug United, das den Final für sich entscheiden konnte. Die Zuger schlugen Alligator Malans in einem dramatischen Spiel mit 6:5 nach Verlängerung.

Die Partie wär äusserst umkämpft, mit vielen Chancen auf beiden Seiten und grossem Einsatz der Teams. Zwischenzeitlich führte Zug 4:2, doch Malans schaffte den Anschluss aufgrund grosser Effizienz. Nach 60 Minuten hiess es 5:5, die Overtime musste entscheiden.

Dort war es ausgerechnet Alexander Larsson, der die Entscheidung herbeiführte. Der Schwede musste im 1. Drittel vom Feld, weil er sich bei einem Zweikampf eine Kopfverletzung zuzog. Larsson kam später wieder aufs Feld, mit Turban, und liess die Zuger am Schluss jubeln.

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