Piraten aus Polen plündern die Ostsee
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Piraten aus Polen plündern die Ostsee

Umweltschützer schlagen Alarm: Vor allem Dorschfischer aus Polen überschreiten die nationale Fangquote um mehr als das Doppelte. Das Ende für den Ostsee-Dorsch?

Die Piratenfischer jagen nicht nur teuren Thunfisch im Atlantik - auch auf der Ostsee ist illegale Fischerei ein riesiges Problem. Seit Monaten sorgen dort übereifrige Dorsch-Fischer aus Polen für Ärger.

Rund 40 000 Tonnen des begehrten Speisefischs dürfen Europas Fischer laut EU-Fangquotenregelung pro Jahr östlich der Insel Bornholm aus der Ostsee holen.

Doch das deutsche Landwirtschaftsministerium schätzt, dass bis zu 22 000 Tonnen Dorsch pro Jahr zusätzlich - und unerlaubt - auf dem Markt landen.

Polnische Piratenfischer

Greenpeace und der WWF veranschlagen die tatsächlich gefangene Dorschmenge bisweilen sogar auf das doppelte der EU-Quote.

Dafür verantwortlich sind nach Expertenmeinung vor allem polnische Fischer. Nach Erkenntnissen von Umweltschützern und Fischereifachleuten überschreiten sie ihre nationale Dorsch-Fangquote von rund 10 000 Tonnen pro Jahr möglicherweise um das Doppelte, wenn nicht um noch mehr. Offizielle Zahlen dazu gibt es nicht.

Brisant sei das Problem in Polen vor allem wegen einer viel zu grossen Fangflotte und unübersichtlichen Absatzwegen für illegale Fänge.

Der Dorsch in Gefahr

Auch die für die Bewirtschaftung der europäischen Fischbestände zuständige EU-Kommission hat das Problem erkannt. Im Juli 2007 verhängte sie sogar ein mehrmonatiges Dorsch-Fangverbot für polnische Fischer im östlichen Teil der Ostsee. Genutzt hat es wenig. Viele Kutter fischten unbehelligt weiter.

Forscher und Umweltschützer sorgen sich nicht erst seitdem um die ökologischen und ökonomischen Folgen solcher Praktiken. Der Zusammenbruch der ohnehin schwer geschädigten östlichen Dorsch-Bestände sei durchaus vorstellbar.

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