Aktualisiert 22.06.2011 13:28

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Piraten-Portal Drei.to streicht die Segel

Nach der Kino.to-Razzia bekam der Betreiber der zwielichtigen Seite Drei.to kalte Füsse. Aus Angst vor Verhaftung nahm er die «Tauschbörse» für Musik, Filme und Games vom Netz.

Der Betreiber des Piraten-Portals drei.to kapituliert.

Der Betreiber des Piraten-Portals drei.to kapituliert.

Nach der Durchsuchungsaktion bei Kino.to und der Verhaftung der Verantwortlichen des illegalen Filmportals ist auch die Internetseite Drei.to offline. Der Betreiber habe laut eigener Stellungnahme das Portal aus Angst vor strafrechtlicher Verfolgung vom Netz genommen und werde sich aus der Szene zurückziehen, teilte die deutsche Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen (GVU) am Mittwoch mit.

Drei.to ermöglichte den Angaben zufolge illegalen Zugriff auf rund 57 000 Unterhaltungssoftware-Titel für PC und Konsolen. Dazu zählten allein 337 Titel für die PlayStation 3 und 2000 Dateien mit Spielen für die Nintendo DS. Zudem verlinkte die Seite auch zu Musik- und Film-Raubkopien sowie zu pornografischen Inhalten.

Drei.to war ursprünglich in der Schweiz gehostet

Drei.to wurde laut GVU 2004 unter dem Namen 3dl.am gegründet und wurde anfänglich auf einem Schweizer Server betrieben. Die schweizerische Vereinigung zur Bekämpfung der Piraterie (SAFE) stellte 2008 erstmals Strafantrag gegen den Verantwortlichen des Portals. Da dieser nicht ermittelt werden konnte, wurde das Verfahren im Mai 2010 eingestellt. Die SAFE stellte einen Monat später erneut Strafanzeige.

Weitere Ermittlungen führten zu einem früheren Betreiber, gegen den Mitte April ein Strafbefehl über 90 Tagessätze wegen gewerbsmässiger Urheberrechtsverletzungen und Verletzungen des Markenrechts erging. Dieser Mann betrieb das Raubkopien-Portal nach eigenen Angaben von Dezember 2007 bis Juli 2009.

40 000 Franken Umsatz pro Monat

Gegenüber den Behörden sagte er aus, dass er in dieser Zeit zwischenzeitlich mehr als 40 000 Franken pro Monat mit der Seite erwirtschaftet habe. Als diese nicht mehr rentabel gewesen sei, habe er sie im Juli 2009 für 85 000 Euro weiterverkauft. Im Oktober 2010 wurde das Portal von 3dl.am zu drei.to umbenannt. Der aktuelle Eigner übernahm das Portal nach eigenen Angaben jedoch erst vor zwei Monaten.

Nach der Kino.to-Razzia Anfang Juni hat die Justiz bereits Millionen-Konten beschlagnahmt. Kino.to galt als das grösste deutschsprachige Portal, über das Kopien von Spielfilmen und Serien verbreitet wurden. Die Seite hatte etwa vier Millionen Nutzer täglich. (dapd)

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