«Marktwirtschaft»: Piraten treiben Puntländer in die Armut
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«Marktwirtschaft»Piraten treiben Puntländer in die Armut

Seit Piraten an der somalischen Küste mit immer neuen Schiffsüberfällen hohe Lösegeldsummen erpressen, wird die Kluft zwischen Arm und Reich in den Hafenstädten der autonomen Region Puntland immer grösser.

In der Region, die sich vor zehn Jahren zum autonomen Teilstaat von Somalia erklärte, seien viele Grundnahrungsmittel mittlerweile doppelt so teuer wie im Hinterland, meldete die somalische Nachrichtenagentur Somina am Montag. Die Händler hätten angesichts der Seeräuber, die über viel Geld verfügen, ihre Preise angezogen.

In Haradhere, einer bekannten Piratenhochburg und einer der wichtigsten Hafenstädte, seien Güter des Grundbedarfs für diejenigen, die als Fischer oder Handwerker einem ehrlichen Beruf nachgehen, zunehmend unerschwinglich geworden.

Kein Pirat, kein Respekt

«Die Piraten können jeden Preis zahlen, und wir können uns nicht einmal Kleidung leisten» klagte Hassan Nuh, ein 25 Jahre alter Arbeitsloser. «Wenn man ein Haus mieten will, fragt der Eigentümer ob man zu einer Piratenbande gehört oder ein gewöhnlicher Einwohner ist. Wer kein Pirat ist, erhält keinen Respekt.»

Auch auf dem Heiratsmarkt haben die ehrlichen Bewohner von Haradhere und anderer Küstenorte das Nachsehen, hiess es in dem Bericht weiter. «Ich bin nach Haradhere gekommen, um einen Piraten zu heiraten», gestand etwa die junge Puntländerin Kadro Elmi. Derzeit ist das Glück der Piratenbraut allerdings getrübt: Ihr Mann wurde bei einem Überfallversuch festgenommen. (sda)

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