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SomaliaPiraten wollen 35 Millionen Dollar Lösegeld

Die Entführer eines vor Somalia entführten ukrainischen Schiffs mit Panzern an Bord wollen mit der kenianischen Regierung verhandeln.

Sollte es nicht zu Verhandlungen kommen, würden die Handfeuerwaffen an Bord des Schiffs entladen. Der Frachter «Faina» befinde sich vor der Nordostküste Somalias.

Die russische Nachrichtenwebsite Life.ru zitierte am Samstag aus einem Telefonat mit einem Besatzungsmitglied des entführten Frachters, bei dem es sich nach eigenen Angaben um den ranghöchsten Mitarbeiter des Kapitäns handelt. Die Piraten wollten mit den Schiffseignern über Lösegeld sprechen, zitierte die Website aus dem Telefonat. Er spreche von der Schiffsbrücke, die anderen 34 Mann an Bord würden in einem einzigen Raum festgehalten. Niemand sei verletzt. Das Schiff liege vor der somalischen Stadt Hobyo vor Anker.

Der Frachter hat laut dem ukrainischen Verteidigungsminister 33 russische T-72-Panzer und eine grössere Menge Munition geladen. Unter den Besatzungsmitgliedern sind Russen und Ukrainer. Nach der Entführung des Schiffs am Donnerstag entsandte Russland ein Kriegsschiff ans Horn von Afrika. Auch US-Kriegsschiffe sind in der Meeresgegend unterwegs. Piratensprecher Abdulkadir warnte vor einer Militäraktion zur Befreiung des Schiffs.

Piraten brachten unterdessen vor der Küste Somalias ein weiteres Mal ein Schiff in ihre Gewalt. Wie die Internationale Seefahrtsbehörde (IMB) in Kuala Lumpur am Samstag mitteilte, wurde der griechische Tanker mit 19 Besatzungsmitgliedern an Bord am Freitag im Golf von Aden überfallen.

In diesem Jahr hat es laut IBM bereits über 60 Piratenangriffe vor Somalia gegeben, die meisten im Golf von Aden, der das Rote Meer mit dem Indischen Ozean verbindet. Derzeit haben Piraten dort 15 Schiffe mit über 300 Besatzungsmitgliedern in ihrer Gewalt. Der Golf von Aden ist eine der meistbefahrenen Schifffahrtstrassen der Welt, jährlich benutzen rund 20.000 Schiffe die Passage.

(dapd)

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