Aktualisiert 29.09.2009 19:28

Pirateninvasion

Piratenpartei wirbt in Städten

Nach dem Achtungserfolg bei den deutschen Wahlen will die Piratenpartei auch in der Schweiz zulegen.

von
Marcel Urech

Am 3. Oktober findet die schweizweite Pirateninvasion statt», heisst es auf der Website der Piratenpartei, die bis jetzt vor allem über Facebook und Twitter auf sich aufmerksam machte. Nun wolle man in neun Schweizer Städten, darunter Basel, Bern, St. Gallen und Zürich, auf die Strasse und mit Flyern und Badges aktiv für die Partei-Anliegen werben. «Nach dem Achtungserfolg bei der deutschen Bundestagswahl, wo wir auf Anhieb zwei Prozent aller Stimmen holten, blasen wir nun auch in der Schweiz zum Grossangriff», sagt Denis Simonet, Präsident der Piratenpartei Schweiz. Alleine in den letzten drei Tagen habe man 50 der nun schon 450 Mitglieder angeworben, so Simonet.

Politologe Georg Lutz beeindruckt dies wenig: «Ein Resultat wie in Deutschland halte ich bei den nächsten Wahlen für möglich. Langfristig gehen die Überlebenschancen der Partei aber gegen null.» Grund: «Für junge Protestwähler wird die Partei den Reiz schnell verlieren.» Es sei eine Einthemenpartei, die sich den freien Zugang zum Internet auf die Fahne geschrieben habe, für gesellschaftliche Probleme aber keine Lösungen biete. Zudem würden die arrivierten Parteien schnell von den Piraten lernen, wenn diese das Internet besser nutzten als sie.

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