Pisa: Scharfe Kritik an Kantonsranking
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Pisa: Scharfe Kritik an Kantonsranking

Die Schüler des französischen Teils von Freiburg und der Kantone St. Gallen und Thurgau liegen gemäss Pisa-Auswertung an der Spitze – Zürich ist noch vor Bern bloss im Mittelfeld. Am schlechtesten schneiden Genf und das Tessin ab.

Das französischsprachige Freiburg, St. Gallen, der Thurgau, das Wallis und der Aargau erzielten in Mathematik überdurchschnittliche Werte, Zürich erreichte bloss Mittelmass. Bern, Neuenburg, die Waadt, der Tessin und Genf gehören zur unteren Hälfte. Bei der Lesekompetenz sieht die Rangliste gleich aus – einzig Bern erreicht da nur Mittelmass.

Bei den Sprachregionen gewinnt die Romandie trotz des starken Abschneidens von Fribourg nur die Silbermedaille. Gold holt sich die Deutschschweiz; das Tessin belegt den Schlussrang.

«In der Studie konnte kein Einfluss des Schulsystems auf die Unterschiede nachgewiesen werden», erklärt Thomas Holzer vom Bundesamt für Statistik. Jedoch liefern der Anteil der Kinder aus Immigrantenfamilien, das Durchschnittsalter der Schüler sowie die Anzahl Schulstunden im entsprechenden Fach Ansatzpunkte zur Erklärung der Unterschiede.

Die Erziehungsdirektoren und der Lehrerverband kritisieren das Kantonsranking scharf: Die Studie liefere zu wenig neue Erkenntnisse.

Holzer versteht, dass die Lehrer gerne ein Ergebnis gesehen hätten, das erklärt, welches Schulsystem gut ist und welches nicht. Doch die Erklärung sei «anscheinend nicht so einfach».

(SDA/nm)

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