Aktualisiert 18.01.2017 12:36

Trauer in Atlanta

Pitbull zerfleischt Bub (6) auf Weg in die Schule

Drei kleine Kinder werden auf ihrem Schulweg von zwei Pitbulls angefallen. Einer der Hunde beisst einen kleinen Jungen tot und verletzt ein Mädchen.

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20min
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Einer der Pitbulls, die in Atlanta Schulkinder angriffen, wurde von der Polizei vor Ort erschossen, der andere wurde dem Hundefänger übergeben.

Einer der Pitbulls, die in Atlanta Schulkinder angriffen, wurde von der Polizei vor Ort erschossen, der andere wurde dem Hundefänger übergeben.

AP/John Spink
Eine Augenzeugin beschreibt der Polizei am 17. Januar den Vorfall.

Eine Augenzeugin beschreibt der Polizei am 17. Januar den Vorfall.

Keystone/AP/John Spink
Die Hunde töteten einen Jungen (6) und verletzten zwei weitere Kinder.

Die Hunde töteten einen Jungen (6) und verletzten zwei weitere Kinder.

Keystone/AP/John Spink

Der sechsjährige Logan Braatz wollte am Dienstag mit seiner fünfjährigen Freundin Syria Sanders um 7.30 Uhr in Atlanta im US-Bundesstaat Georgia zum Unterricht gehen. Shamonte Clayton, ein Nachbar, erzählte der Polizei, dass er aufwachte, weil die Kinder vor seinem Haus verzweifelt schrien, wie «People» berichtet. «Ich wusste, es musste etwas Schlimmes sein, es war die Zeit, in der die Kinder normalerweise in die Schule gehen.»

Tamiko Williams, eine Verwandte der kleinen Syria Sanders, erzählte CBS 46: «Als ich hinkam, traktierte der Hund gerade meine Grossnichte. Sie bewegte sich nicht.» Tamiko Williams rannte mit mehreren Erwachsenen auf die Hunde zu, um sie von den Kindern wegzutreiben.

«Sie kamen immer wieder zurück»

Die Helfer schnappten sich Stöcke und Baseballschläger, gingen auf die Hunde los. «Die Hunde liessen nicht nach, sie rannten hinter jedem her. Wir konnten nichts tun, sie kamen immer wieder zurück, immer wieder», erinnert sich Williams.

Schliesslich musste die Polizei einen der Hunde erschiessen, der andere wurde abtransportiert. Cameron Tucker, der Besitzer der Tiere, wurde festgenommen und wegen grober Fahrlässigkeit angezeigt.

Der kleine Logan überlebte die Hundeattacke nicht. «Er war so ein aufgewecktes Kind. Die sanfteste Seele, die mir jemals begegnet ist. Für andere Kinder hätte er alles getan», trauert Grossvater Bryant Braatz um seinen Enkel. Syra ist im Spital, ihr Zustand ist inzwischen stabil. Auch ein weiteres Kind wurde bei der Attacke verletzt, berichtet CBS News.

In Atlanta trauert man um Logan:

Pitbull-Tragödie von Oberglatt

Der Fall erinnert an die Pitbull-Tragödie von Oberglatt, bei der vor mehr als elf Jahren der kleine Süleyman ums Leben kam.

Am 1. Dezember 2005 griffen drei Kampfhunde den sechsjährigen Knaben an und verletzten ihn tödlich. Der Halter hatte seine Hunde in ein provisorisches Verliess auf der Terrasse einer Parterrewohnung in Oberglatt ZH gesperrt. Die Tiere, die nach der Attacke eingeschläfert wurden, waren in Italien zehn Monate in einem Raum eingesperrt gewesen und nie spazieren geführt worden. Sie hatten auch kaum Kontakt zu Menschen. Der Halter M. C. wurde zu zweieinhalb Jahren Gefängnis verurteilt.

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