Pitbulls werden verboten
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Pitbulls werden verboten

Das Bundesamt für Veterinärwesen (BVET) will Pitbulls in der Schweiz verbieten und für andere Kampfhunde strengere Haltungsbestimmungen erlassen.

Pitbulls seien keine anerkannte Hunderasse und würden gezielt auf Aggressivität gezüchtet, teilte das BVET am Freitag mit. Für 13 aufgelistete Kampfhunderassen, darunter Bullterrier, Rottweiler und Dobermann, sieht das Massnahmenpaket der Veterinärexperten des Bundes verschärfte Haltungsbestimmungen vor.

Wer einen Hund einer solchen Rasse halten will, soll dafür neu eine Bewilligung beantragen müssen. Zudem soll er nachweisen, dass der Hund einen anerkannten Abstammungsnachweis besitzt. Mischlinge aus den 13 genannten Rassen will das BVET ebenfalls verbieten.

Die Vorschläge des BVET gehen nun in einer kurze Anhörung zu den interessierten Kreisen. Danach wird der Bundesrat über das Massnahmenpaket zu entscheiden haben.

Aggressive Züchtungen weiter möglich

Die geplanten Massnahmen gegen gefährliche Hunde stossen bei Hundehaltern auf Skepsis. Peter Rub, Präsident der Schweizerischen Kynologischen Gesellschaft (SKG), hätte es gerne gesehen, wenn die Züchter noch rigoroser in die Pflicht genommen würden.

Er befürwortet deshalb das Verbot von Mischlingen von 13 Hunderassen, das vom Bundesamt für Veterinärwesen vorgeschlagen wird. «Der Mensch ist die Ursache von Hundeattacken, nicht das Tier», sagte Rub gegenüber der Nachrichtenagentur SDA.

Die SKG stehe dazu, dass Hundehalter die Verantwortung für ihr Tier übernehmen müssten, sagte Rub. Wer aber aggressive Hunde züchten wolle, könne dieses Ziel auch mit anderen Rassen erreichen. «Aus jedem Tier kann der Mensch eine Bestie machen.»

Das Pitbull-Verbot stuft Rub als politischen und nicht als sachlichen Entscheid ein. Wenn dieses aber dazu beitrage, Vorfälle wie die tödliche Attacke von Oberglatt ZH zu vermeiden, so sei dies gut.

Verbot verhindert Hundebisse nicht

Auch die Stiftung für das Tier im Recht kritisiert die Pläne des BVET: Mit einem Verbot seien Beissvorfälle nicht angemessen zu verhindern, heisst es in einem Communiqué vom Freitag. Durch gezielte Erziehung und Haltung könne bei praktisch allen Hunderassen eine übersteigerte Aggression ausgelöst werden.

Das Verbot von Pitbulls und bestimmten Kreuzungen verstosse gegen das Rechtsprinzip der Verhältnismässigkeit. Auch entspreche das Halten von Hunden dem Grundrecht auf persönliche Freiheit. Die Stiftung befürwortet einzig das Verbot von Aggressionszucht sowie die Meldepflicht für Beissvorfälle und Hunde mit erhöhter Aggression.

(Quelle: AP/SDA)

STS gegen Abschiebung des Problems

Der Schweizer Tierschutz (STS) befürchtet, dass im Fall eines Verbots einzelner Hunderassen eine grosse Zahl von betroffenen Hundehaltern ihre Tiere den STS-Sektionen als «Verzichtstiere» überlassen wird.

Bei diesem Szenario wäre es nicht mehr möglich, für solche Hunde neue Plätze zu finden, heisst es in einer Mitteilung des STS vom Freitag.

Für den STS und seine Sektionen sei es nicht akzeptierbar, wenn das Problem auf diese Weise einfach auf den Tierschutz abgeschoben würde.

(SDA)

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