Aktualisiert 31.05.2004 22:36

PJ Harvey - «Uh Huh Her»PJ besingt die Last der Liebe

POP/ROCK – «Your lips taste

of poison», singt sie gleich zu Beginn: Auch für eine mit Vincent Gallo glückliche Polly Jean Harvey bleibt die Liebe – zumindest in der Kunst – ein gefährliches Spiel oder ein «desperate kingdom», ein Königreich ohne Hoffnung. Auf die Liebe folgt in ihren Texten immer die Scham, und Ekstase und Schmerz scheinen ohne einander nicht denkbar.

In «The Letter» singt die Computerverächterin den Blues auf das handgeschriebene Wort: Sie ist eine Fremde in dieser digitalisierten Welt, doch vielleicht berührt sie mit ihren Musik-Gedicht-Gebilden gerade durch diese besungene Isolation so

viele.

PJ Harvey hat ihr siebtes Album selbst produziert und ausser Schlagzeug/Percussion (Rob Ellis) alle Instrumente eingespielt. Rau und reduziert, erinnert die Platte an ihr Erstlings(Meister-)werk «Dry» – die Rocklady flüstert wieder und wimmert, schreit oder singt glasklar in allen Höhen und Tiefen zu krachenden Gitarren wie zu betörender Mundharmonika. In seiner Vielfalt und Sperrigkeit ist «Uh Huh Her» schlicht: schön.

Flavia Giorgetta

PJ Harvey «Uh Huh Her», Island Records / Universal.

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