St. Gallen: Plätze in Olma-Zelt mit Bierflasche verteidigt
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St. GallenPlätze in Olma-Zelt mit Bierflasche verteidigt

Um Sitzplätze in einem Olma-Festzelt frei zu halten, griff eine 23-Jährige zur Bierflasche: Erst kippte sie den Inhalt über den Platzklauer, dann schlug sie sie ihm über den Kopf.

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taw
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Der Vorfall ereignete sich an der Olma 2014 in einem Festzelt am Unteren Brühl.

Der Vorfall ereignete sich an der Olma 2014 in einem Festzelt am Unteren Brühl.

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Die Beschuldigte muss sich am Donnerstag vor dem Kreisgericht St. Gallen verantworten.

Die Beschuldigte muss sich am Donnerstag vor dem Kreisgericht St. Gallen verantworten.

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Er war nicht der einzige Fall, der 2014 beim Unteren Brühl für Aufsehen sorgte.

Er war nicht der einzige Fall, der 2014 beim Unteren Brühl für Aufsehen sorgte.

gts

Dass der Olma-Abend am 10. Oktober 2014 für das Opfer in der Notfallaufnahme endete und die Täterin auf die Anklagebank brachte, hätten sich wohl weder die heute 26-jährige Beschuldigte noch der gleichaltrige Kläger gedacht.

Es war kurz vor 22 Uhr, als die junge Frau zusammen mit einer Kollegin an einer Festbank im Olma-Festzelt am Unteren Brühl sass. Wie es in der Anklageschrift heisst, versuchten die beiden, Plätze am Tisch für Bekannte frei zu halten. Diese waren kurz verschwunden.

Wunden mussten genäht werden

Davon liess sich der heute 26-jährige Privatkläger nicht beirren. Obwohl die Beschuldigte ihn darauf hinwies, die Plätze seien nicht frei, setzte er sich mit drei Kollegen zu den beiden Frauen. Auch nach mehrmaliger Aufforderung, den Tisch sofort zu verlassen, blieben sie sitzen.

Da wurde es der Beschuldigten offenbar zu bunt: Sie ergriff kurzerhand eine halbvolle Bierflasche und schüttete den Inhalt über den Kopf des Klägers. Damit nicht genug: Anschliessend schlug sie ihm die Flasche zweimal auf den Kopf. Sie traf ihn einmal an der rechten Stirn und einmal am Hinterkopf. Durch die Schläge erlitt er eine etwa fünf Millimeter lange Rissquetschwunde an der rechten Stirnseite und eine etwa zwei Zentimeter lange Rissquetschwunde am Hinterkopf. Beide Wunden mussten in der Notfallaufnahme genäht werden.

St. Galler Autor zieht über Olma her

Nun muss sich die junge Frau am Donnerstag vor dem Kreisgericht St. Gallen verantworten. Ihr droht wegen einfacher Körperverletzung sowie Tätlichkeiten eine bedingte Geldstrafe von 120 Tagessätze zu je 50 Franken mit einer zweijährigen Probezeit. Zudem sieht die Staatsanwaltschaft eine Busse von 1000 Franken vor.

Prügeln, Pinkeln und Pöbeln

Der Vorfall war nicht der einzige an der Olma 2014, der für Aufsehen sorgte. Überschattet wurde die Messe in jenem Jahr vor allem von Vandalismus, Schlägereien, Pöbeleien und übermässigem Alkoholkonsum. «Für mich war dies die schlimmste Olma», sagte Remo Eichenberger, der auf dem Jahrmarkt einen Stand mit italienischen Spezialitäten betreibt, damals zu 20 Minuten. Damit war er nicht allein. Diverse Marktfahrer beklagten sich über Betrunkene, die an die Stände pinkelten, Händler anpöbelten, bestahlen und gar verprügelten.

Nach den negativen Vorfällen sahen die Verantwortlichen Handlungsbedarf. Schon im Dezember wurde zu einem runden Tisch geladen. Wegen der Wildpinkler wurde auch ein neues WC-Konzept entwickelt.

Zoff in der Damentoilette

Nur rund zwei Tage nach dem Vorfall mit der Bierflasche kam es beim Unteren Brühl zu einem weiteren ähnlichen Fall. In der Nacht auf den 12. Oktober 2014 brach in der Tonhalle ein Streit zwischen zwei Frauengruppen aus, der schliesslich eskalierte. Grund für den Zwist war der Vorwurf, dass Kleider beschädigt wurden. Nachdem eine der drei beschimpften Frauen von anderen tätlich angegriffen und am Verlassen der Damentoilette gehindert wurde, setzte sie ihren Pfefferspray ein – mit gravierenden Folgen. Alle anwesenden Partygäste mussten die Räumlichkeiten verlassen. Ein Gast kam wegen eines allergischen Schocks ins Spital.

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