«Hart oder weich?»: Plakat mit Bachelor nicht «sexistisch und zoophil»
Aktualisiert

«Hart oder weich?»Plakat mit Bachelor nicht «sexistisch und zoophil»

Die Schweizerische Lauterkeitskommission muss sich bisweilen mit krassen Vorwürfen beschäftigen: Eine Kampagne für Bonbons hat bei einem Betrachter böse Assoziationen ausgelöst.

von
gbr

Die aktuelle Werbung für Halter-Bonbons mit dem Slogan «Hart oder Weich?» liess einen Schweizer leer schlucken: Er reichte eine Beschwerde bei der Schweizer Lauterkeitskommission (SLK) ein, wie diese heute Dienstag mitteilte. Mit der Beschwerde hat sich die dritte Kammer der Kommission in Zürich beschäftigt.

Das Bild zeigt einen muskulösen Mann - es handelt sich um den 28-jährigen nächsten TV-«Bachelor» und Ex-Mister-Schweiz-Kandidaten Rafael Beutl - mit entblösstem Oberkörper. Er kniet in einem Stall im Heu und blickt nach rechts oben leicht am Betrachter vorbei lächelnd aus dem Bild. Seine linke Hand liegt auf einem Ballen Stroh, seine Rechte auf einem Kälbchen. Dieses knabbert am Bund seiner Jeans. Rechts daneben sind auf Hüfthöhe zwei Stangen Halter-Caramel abgebildet: Einmal die Sorte «Extra weich», und einmal die Sorte «Original». Links im Bild, unter dem Kalb, stehen die Worte: «Hart oder Weich? Schweizer Caramel - Original & Extra Weich.»

«Sexistisch» und «zoophil»?

Einem Schweizer leuchtete offenbar nicht ein, warum der Mann hier halbnackt für Bonbons wirbt, warum hier Stroh liegt, und vor allem auch nicht, was das Kälbchen hier zu suchen hat: Die Sache geriet ihm so sehr in den falschen Hals, dass er wegen Sexismus und Zoophilie Beschwerde einreichte.

Der Entscheid der SLK: «Beschwerde abgelehnt». In der Begründung, die fast eine A-4-Seite füllt, halten die Gutachter erst einmal fest, dass sich der Claim «'Hart oder Weich' deutlich auf das zu bewerbende Produkt» beziehe. Ausserdem sei «für den durchschnittlichen Konsumenten klar, dass das Sujet weder eine Stereotypisierung, eine Sexualisierung noch die Reduzierung des männlichen Geschlechts auf ein Objekt» darstelle. Auch eine «Anspielung auf zoophiles Verhalten» könne «nicht festgestellt» werden.

«Man darf sicher diskutieren»

Später in der Begründung darf man sich diese Text-Leckerbissen auf der Zunge zergehen lassen: «Man darf sicher über die Gründe diskutieren, warum das Model einen nackten Oberkörper hat. Aber ... es ist nicht ungewöhnlich, dass Bauern ihren Oberkörper entblössen, wenn sie harte körperliche Arbeit verrichten. Die hervorgerufene Verbindung ... zwischen dem Milchprodukt und dem jungen Bauern mit dem Kalb ist sogar für den Durchschnittskonsumenten erkennbar.»

20 Minuten fragte bei der Firma Halter AG nach, was sie zum positiven Bescheid der LSK sagt. Leider kann man dort derzeit keine Stellung nehmen, weil die für die Kampagne verantwortliche Person vom Marketing in den Ferien weile - auf Elefanten-Safari. Der neue Bachelor bleibt auch stumm: Er spreche derzeit noch nicht, wenn er im Zusammenhang mit seiner zukünftigen Sendung genannt werde, teilte die Kommunikationsagentur des Senders 3+ auf Anfrage mit.

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