«Ihr Kind findet allein zum Schulhaus» – Plakate vor Walliser Schulen sorgen für Irritation
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«Ihr Kind findet allein zum Schulhaus»Plakate vor Walliser Schulen sorgen für Irritation

Plakate vor den Schulen in Visp rufen Eltern dazu auf, dass sie ihr Kind zur Schule laufen lassen. Es handelt es sich allerdings nicht um eine Massnahme gegen Elterntaxis, sondern gegen Corona.

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Dieses Plakat sorgt auf Social Media derzeit für Gesprächsstoff. 

Dieses Plakat sorgt auf Social Media derzeit für Gesprächsstoff.

zvg
Es findet sich vor den Schularealen der Schulen in Visp.

Es findet sich vor den Schularealen der Schulen in Visp.

www.vispschulen.ch
Das Plakat ist aber nicht als Massnahme gegen Elterntaxis gedacht. Vielmehr hat es mit der Weisung des Kantons zu tun, auf dem Schulgelände keine Ansammlungen zuzulassen. 

Das Plakat ist aber nicht als Massnahme gegen Elterntaxis gedacht. Vielmehr hat es mit der Weisung des Kantons zu tun, auf dem Schulgelände keine Ansammlungen zuzulassen.

20min/Simon Glauser

Darum gehts

  • Plakate vor den Visper Schulen sorgen derzeit für Diskussionsstoff.

  • Die Botschaft darauf lautet: «Ihr Kind findet allein zum Schulhaus».

  • Allerdings handelt es sich nicht um eine Massnahme gegen Elterntaxis, sondern gegen die Pandemie.

Auf Social Media geben derzeit Plakate zu reden, die vor den Schularealen in Visp befestigt worden sind, wie der «Walliser Bote» berichtet. «Geschätzte Eltern, ihr Kind findet allein zum Schulhaus. Danke für Ihr Verständnis», lautet die Botschaft darauf. Viele deuten die Plakate mit lobenden Worten als Massnahme gegen die umstrittenen Elterntaxis. «Wow. Das sollte Schule machen. Sofort etwa 3000 davon machen und an die Gemeinden verteilen», wird eine Userin zitiert. Eine andere pflichtet ihr bei: «Es kann einfach nicht sein, dass alle mit dem Auto bis vor die Schule gebracht und dann wieder abgeholt werden. Ein wenig selbstständiger dürften Kinder werden.»

Laut Schuldirektor Bruno Schmid richten sich die Plakate allerdings nicht direkt gegen Elterntaxis. Vielmehr sollen sie dabei helfen, dass die Weisungen des Kantons im Zusammenhang mit der Pandemie eingehalten würden: «Eine davon verlangt, dass auf dem Schulgelände keine Ansammlungen von schulexternen Personen wie auch Eltern zugelassen sind.» Das bedeute aber nicht, dass sich Eltern gar nicht auf dem Schulgelände aufhalten dürften; wollen sie ein Gespräch mit einer Lehrperson, müssten sie sich vorher anmelden.

Auch wenn die Plakate nichts mit den Elterntaxis zu tun haben, kennt Schmid das Problem: «Aus der Sicht der Schulleitung gibt es immer noch zu viele Eltern, die ihr Kind mit dem Auto in die Schule bringen, auch wenn der Schulweg nur zehn bis 15 Minuten dauert.» Die Schule versuche, die Eltern zu ermuntern, ihre Kinder zur Schule laufen zu lassen. Dies steigere deren Selbständigkeit und fördere den sozialen Austausch mit den Gspändli. Und: ««Sie lernen so auch den Verkehr im Dorf kennen.»

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BAG-Infoline Covid-19-Impfung, Tel. 058 377 88 92

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Branchenhilfe.ch, Ratgeber für betroffene Wirtschaftszweige

Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

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(sul)

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