Aktualisiert 30.05.2006 20:36

Plan: Pflegeheime für alternde Junkies

Heroinsüchtige werden immer älter, oft auch pflegebedürftig. Jetzt prüfen private Institutionen, eine Alternative zu den Alters- und Pflegeheimen zu schaffen.

«Es gibt pro Jahr nur wenige Einzelfälle. Spezielle Betriebe für Drogenabhängige würden sich zurzeit nicht lohnen», sagt Richard Blättler, Beauftragter für Suchtfragen im Kanton Luzern. Dennoch gibt es laut Sepp Riedener vom Verein Kirchliche Gassenarbeit «einige Fixer, die in absehbarer Zeit nicht wissen,

wo sie ihre alten Tage verbringen können».

Er weiss: «In bestehenden Alters- und Pflegeheimen kommt es zu massiven Problemen, weil sich die Süchtigen nicht an die dort geltenden Regeln halten wollen.» Zudem halte sich in den bestehenden Einrichtungen die Begeisterung über solche Zuzüge in Grenzen. Auch bestehe die Gefahr, dass die Junkies vereinsamen könnten, wenn sie keinen Kontakt zu den anderen Bewohnern finden würden.

Aus diesen Gründen überlegt sich Riedener nun in Zusammenarbeit mit anderen privaten Institutionen eine neue Betreuungseinrichtung für alternde Fixer zu schaffen. Denn, so Riedener: «Auch bei den Drogenabhängigen ist die Lebenserwartung gestiegen.»

Daniela Gigor

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