Aktualisiert 17.05.2011 14:32

Solothurn

«Planking»-Welle erreicht die Schweiz

In Australien hat das «Planking»-Phänomen ein Todesopfer gefordert. Jetzt ist in der Schweiz ein erstes Video aufgetaucht, in dem ein Kind neben einem Polizeiauto liegt.

von
Felix Burch

Das «Planking» wir immer populärer, aber auch gefährlicher. Die Australier sind verrückt danach, am vergangenen Wochenende erreichte der Hype einen traurigen Höhepunkt. In Brisbane stürzte ein junger Mann von seinem Balkon und starb.

«Planking» ist eigentlich eine banale Tätigkeit: Menschen legen sich auf den Bauch, schauen mit dem Kopf auf den Boden, die Arme sind am Körper. In dieser Position lassen sich die «Planking»-Verrückten fotografieren und stellen die Bilder und Videos ins Internet.

Erstes «Planking»-Video aus Solothurn

Nun hat die «Planking»-Welle auch unser Land erfasst. Am Sonntag stellte ein Mann das wohl erste «Planking»-Video der Schweiz auf YouTube. Ein Mädchen und ein Knabe posieren mal auf einer Bank, mal auf einem Briefkasten, in einer Tanne oder neben einem Polizeiauto (siehe Video oben). Aufgenommen hat die Bilder M.D.*, ein Familienvater aus Solothurn. Er gibt zu, durch den Todesfall in Australien auf «Planking» aufmerksam geworden zu sein. Deshalb fotografierte er seine Tochter (7) und seinen Sohn (9) in Aktion. «Es hat richtig Spass gemacht und der Spass war auch meine Motivation für das Ganze.» Führe man den Trend an ungefährlichen Orten aus, könne nichts passieren, so der Vater.

Das «Planking»-Phänomen konnte sich hauptsächlich dank Facebook so rasch verbreiten. M.D. ist Mitglied einer solchen Facebook-Gruppe. Der Trend ist nicht ganz neu, Amerika, Kanada und auch einzelne Länder in Europa kennen «Planking». In Australien wird es aber am extremsten ausgeführt. Die Polizei von Queensland hatte deshalb schon vor dem Tod des Jugendlichen vor solchen vermeintlichen Spässen gewarnt und einen Mann angeklagt, der sich auf einem Polizeiauto hatte fotografieren lassen.

«Wir appellieren an den gesunden Menschenverstand»

In der Schweiz wird die Polizei vorerst nicht aktiv. Bruno Gribi von der Kantonspolizei Solothurn sagt dazu: «Grundsätzlich ist es jedem freigestellt, wo er sich im öffentlichen Raum hinstellt oder hinlegt.» Sobald aber jemand sich selber oder Dritte gefährde, schreite die Polizei ein.

Weil auch das Sich-neben-ein-Polizeiauto-Legen allein noch kein Tatbestand darstellt, gibt es keine Anzeige. Die Polizei appelliert in Sachen «Planking» ganz einfach «an den gesunden Menschenverstand».

*Name der Redaktion bekannt.

«Planking»-Video aus Australien

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