Rodungen: Plantagen bedrohen Orang-Utans
Aktualisiert

RodungenPlantagen bedrohen Orang-Utans

Wegen der unnachgiebigen Haltung indonesischer Palmöl-Fabrikanten werden Tierschützern zufolge in den kommenden Jahren viele Populationen der bedrohten Orang-Utans aussterben.

Da der Verband indonesischer Palmöl-Produzenten die Forderung der Umweltschutzorganisation Greenpeace nach einem Aussetzen von Rodungen abgelehnt habe, würden in den Schutzgebieten von Kalimantan Tengah auf der Insel Borneo in den kommenden drei Jahren voraussichtlich 8000 Tiere sterben.

Dies erklärte das Zentrum zum Schutz der Orang-Utans (COP). COP- Aktivisten hätten beobachtet, wie zwei grosse Palmöl-Firmen in der Provinz Kalimantan Tengah Wälder abholzten, obwohl sie damit gegen eine Selbstverpflichtung der Branche verstiessen.

Die fortgesetzten Rodungen zeigten, dass die Selbstverpflichtung der Palmöl-Industrie nicht viel gegen die Zerstörung des Lebensraums von Orang-Utans ausrichte, sagte COP-Aktivist Novi Hardianto. Laut COP leben in Kalimantan Tengah derzeit rund 20.000 Orang-Utans in freier Wildbahn. Rund 3000 Exemplare der Menschenaffen sterben demnach jährlich.

Das Unternehmen Agro Group wies die Vorwürfe zurück. Sein Unternehmen habe "definitiv" keine Wälder zerstört, sagte Manager Edi Suhardi. Agro Group habe erst vor kurzem eine Lizenz für das Gebiet Kuala Kuayan erhalten und sei gerade dabei, die dortigen Schutzgebiete zu identifizieren.

Die weltweite Nachfrage nach Palmöl ist gross, da aus dem Rohstoff verschiedenste Produkte wie Kekse, Seife oder Bio-Sprit hergestellt werden können. (sda)

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