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Pflanzen in Szene gesetztPlantfluencer erobern Instagram

Instagram hat die Topfpflanze entdeckt: Sogenannte Plantfluencer posten Bilder und Videos von Wohndschungeln auf Social Media.

von
Daniela Gschweng
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Neuerdings werden bei Instagram nicht mehr die eigenen Lippen, Wimpern oder Fitnesserfolge gezeigt, sondern Pflanzen.

Neuerdings werden bei Instagram nicht mehr die eigenen Lippen, Wimpern oder Fitnesserfolge gezeigt, sondern Pflanzen.

Instagram / @houseplantclub
Richtig gelesen: Bei den sogenannten Plantfluencern (Mischung aus Plant, also Pflanze, und Influencer) geht es nur um Topfpflanzen, Büsche und Bäumchen.

Richtig gelesen: Bei den sogenannten Plantfluencern (Mischung aus Plant, also Pflanze, und Influencer) geht es nur um Topfpflanzen, Büsche und Bäumchen.

Instagram / @houseplantjournal
Auffällig: Blüten kommen bei den Plantfluencern nur selten vor, meist sind es grüne Pflanzen.

Auffällig: Blüten kommen bei den Plantfluencern nur selten vor, meist sind es grüne Pflanzen.

Instagram / @houseplantjournal

Wer in den sozialen Medien punkten will, der präsentiert sich inzwischen mit viel Grün. Ob grossblättrige Gewächse, Farne, Kakteen oder Sukkulenten, es grünt und spriesst, was das Zeug hält. Nach den #Petfluencern – Nutzerinnen und Nutzern, die sich mit ihren Haustieren fotografieren – kommen jetzt die #Plantfluencer.

Glückliche Wohnzimmergärtner fotografieren sich sogar mit Ficus, Yucca und Monsterapflanzen, die bis vor wenigen Jahren noch als unrettbar spiessig galten.

#monstermonday und andere Pflanzen-Hashtags

Am #Monsteramonday oder #Philodendronfriday finden sich auf Instagram wahre Wohndschungel. Es gibt Badezimmer, die Gewächshäusern gleichen, und Küchen mit Efeu auf dem Schrank sowie Regale, auf denen statt Büchern Pflanzen stehen.

«Plant Parents» (Pflanzeneltern), die Blogs über Pflanzenpflege schreiben und sich auf Gartenbaumessen herumtreiben, sind die Stars der Szene.

Viel Blatt, wenig Blüten

Hoch im Kurs stehen Pflanzen mit grossen oder auffällig gemusterten Blättern wie Monstera, Schlangenpflanzen oder der Ufobaum. Aber auch Sukkulenten und Kakteen sind durchaus fotogen.

Auffällig ist: Auf den Bildern finden sich so gut wie keine Blüten. Der jüngste Trend sind sogenannte Moss Balls. Das sind kleine Kugeln aus intensiv grünen Algen, die unter Wasser wachsen und nur wenig Licht brauchen.

Trend aus den USA

Seinen Ursprung hat der Trend zur lebendigen Deko, wie so oft, in den USA. Naturliebende Millennials, die ihre Tage grösstenteils drinnen verbringen, fingen vor drei, vier Jahren an, in ihren kleinen Appartements Pflanzen zu ziehen und Bilder davon auf Social Media zu posten. Inzwischen haben Kanäle wie das «Houseplantjournal» Hunderttausende Follower.

Viele Plantfluencer haben ihr Hobby längst kommerzialisiert, verkaufen Pflanzengefässe und Gartenscheren, versenden Pflanzen und schreiben Bücher. Rund ein Viertel aller Topfpflanzen in den USA wurden im letzten Jahr von unter 35-Jährigen gekauft, wie ein Gartenportal analysiert hat. Auch in der Schweiz hat der Absatz zugenommen.

Pflanzentrends

Das hat sogar die Profis überrascht, denn auch Topfpflanzen-Trends werden entworfen, getestet und beworben, teilweise Jahre im Voraus. Pflanzen müssen zu den in der nächsten Saison aktuellen Möbeltrends und zur Wandfarbe passen.

Sie werden gezüchtet und müssen importiert werden. Plantfluencer werfen das alles über den Haufen, schon ein Zufallsfund am Strassenrand kann zur nächsten In-Pflanze werden.

Die grüne Welle schwappt ins Wohnzimmer

Sinnstiftender und umweltfreundlicher als mit dem letzten Ferienziel anzugeben oder mit einem grossen Auto, ist das allemal. Eine Pflanze verursacht weder Treibhausgase noch löst sie sich in Mikroplastik auf. Topfpflanzen sind nachhaltig, grün und auch ein bisschen retro.

Wie die Monstera zum Beispiel, deren riesige Blätter in den 1960er- und 1970er-Jahren schon einmal die Stuben eroberten. Kürzlich stellte sich zwar heraus, dass Pflanzen die Luft weit weniger verbessern als simples Lüften, Grün ist aber zumindest gut für das Wohlbefinden.

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