Katar 2022: Platini will die Winter-WM
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Katar 2022Platini will die Winter-WM

Uefa-Chef Michel Platini spricht sich erneut für eine Fussball-WM 2022 im Winter aus. Für die Fussballer wärs ideal, weil es dann in Katar mild ist. Aber für die hiesigen Fans – eine WM zur Adventszeit?

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Uefa-Boss Michel Platini hat während der Fussball-Weltmeisterschaft 2022 in Katar keine Lust auf gekühlte Stadien, Hitze bis zu 50 Grad, Luftfeuchtigkeit von 90 Prozent. Vor allem aber denkt der Franzose an die Fans, die ausserhalb der Stadien in einer Hitze-Hölle weilen werden. Daher fordert Platini – nicht zum ersten Mal – eine WM-Endrunde im Winter.

«Wir müssen nach Katar gehen, wenn es gut ist für alle Beteiligten. Südafrika hat gezeigt: Es war kalt und niemand konnte irgendwo hingehen, etwa in einen Fanklub. Man musste im Hotel bleiben», sagte Platini in einem Interview mit dem «Evening Standard». Er hat recht: Im November und Dezember sind die Tage in Katar mild und angenehm und die Abende kühl. Die durchschnittliche Temperatur in der Hauptstadt Doha liegt im November bei rund 30, im Dezember bei 25 Grad.

Platini versprach dem Emir von Katar seine Stimme, wenn ...

Schon vor der Vergabe an Katar hat sich Platini für eine Verschiebung der Endrunde ausgesprochen. «Ich habe ihm (dem Emir von Katar, Anm. d. Red.) gesagt, ich werde für Katar stimmen. Aber ich will die WM im Winter haben.» Der Emir habe Ja gesagt, nun habe sich dieser aber offenbar umentschieden.

Als Erster äusserte sich Franz Beckenbauer im Dezember 2010, kurz nach der Vergabe an Katar, für eine Winter-WM, ihm schloss sich Prinz Ali von Jordanien an. Und selbst Fifa-Boss Sepp Blatter liess die Möglichkeit einer Verschiebung – nachdem sein Generalsekretär Jérôme Valcke dies erst verneint hatte – wenig später offen und bekannte sich kurz vor Weihnachten dazu. Anfang Februar 2011 änderte der Walliser dann seine Meinung: «Alles ist jetzt entschieden für den Sommer und alle 64 Spiele werden in Katar stattfinden», betonte Blatter.

«Saisonende im Juni? Kein Problem!»

Platini plädierte ursprünglich nicht für den November oder Dezember, sondern für den Januar oder Februar. Aufgrund der Olympischen Winterspiele ist sein Vorschlag aber kläglich gescheitert. Nun will der Franzose das Thema bei der Fifa nochmals ansprechen. «Es bleiben nun zehn Jahre Zeit, um zu entscheiden, wie wir die Saison für einen Monat unterbrechen können.» Anfang November bis kurz vor Weihnachten sei zwar ein langer Unterbruch, aber durchaus realistisch. «Anstatt im Mai würde die Saison im Juni enden. Das ist kein grosses Problem», fügte Platini an.

Falls der Emir sein Versprechen gegenüber Platini doch noch einlösen oder die Fifa sich noch umentscheiden wird: An die Fans auf der Nordhalbkugel hat Platini nicht gedacht. Wird die Endrunde im Winter stattfinden, werden sich die Fussballfans in den nördlichen Breitengraden kaum ins Public Viewing begeben und ein kühles Bier bestellen. Vielleicht schmeckt Glühwein ja auch ...

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