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Kanute Mike Kurt«Platz 6 ist für mich ideal für den Halbfinal»

Slalom-Kanute Mike Kurt ist mit der Qualifikation bei den Olympischen Spiele hoch zufrieden: Nicht wie in Athen oder Peking zieht der 32-jährige Schweizer problemlos in den Halbfinal ein.

Anders als vor vier Jahren in Peking ist der Slalom-Kanute Mike Kurt nicht schon in der Qualifikation hängen geblieben. Er meisterte die erste Hürde problemlos. Für den Halbfinal-Einzug im Kajak-Einer war Platz 15 gefordert, der gebürtige Berner wurde Sechster.

In der Qualifikation war Kurt im Prinzip bereits nach dem ersten von zwei Läufen die Halbfinal-Teilnahme nicht mehr zu nehmen. Er hatte sich mit einer lockeren Fahrt auf den 3. Rang geschoben. Weil nur die bessere der beiden Zeiten in die Wertung kam, musste Kurt keine Angst mehr haben bezüglich eines frühzeitigen Ausscheidens. In Peking war er als Siebzehnter gestrauchelt.

Für Kurt lief alles optimal

Im zweiten Durchgang war Kurt noch schneller unterwegs als im ersten. Nur wegen vier Strafsekunden wegen zwei kleinen Torfehlern fiel die Endzeit minim schlechter aus. Im Klassement der Qualifikation büsste er noch drei Positionen ein, dies störte den 32-Jährigen aber überhaupt nicht: «Wenn ich mir einen Masterplan zurecht gelegt hätte, hätte ich mir für die Qualifikation genau dieses Szenario gewünscht. Platz 6 ist für mich ideal für den Halbfinal. Auch wegen der Startnummer.»

Der deutsche Qualifikationssieger Hannes Aigner wird im Halbfinal als Letzter starten. Dass dies nicht unbedingt ein Vorteil sein muss, hat Mike Kurt am eigenen Leib erfahren. 2004 in Athen hatte er die Qualifikation gewonnen, ehe er im Halbfinal total abstürzte. Deshalb ist es ihm recht, dass er in London nach dem Vorlauf nicht an der Spitze steht, sondern einen Platz im vorderen Mittelfeld einnimmt. Von den Top-Favoriten musste bis jetzt zwar noch keiner die Segel streichen, von den Medaillenkandidaten hatten jedoch - im Gegensatz zu Kurt - schon einige Nerven gezeigt.

Kurt trat souverän auf, obwohl er hinterher zugab, vor dem Wettkampf sehr nervös gewesen zu sein. Er habe Bammel gehabt. Trotzdem sei es ihm gelungen, die Ruhe zu bewahren. Mit dem ersten Lauf, der in etwa einer durchschnittlichen Trainingsleistung entsprochen habe, schaffte er auf Anhieb den Sprung in die Spitze. Kurt ist überzeugt, dass er für den Mittwoch noch Steigerungspotenzial hat. Dies stimmt ihn zuversichtlich. Am Mittwoch wird es mit einer neuen Streckenführung wieder bei Null losgehen. Aus dem 15-köpfigen Halbfinal-Feld werden zehn Athleten in den kurz darauffolgenden Final einziehen.

Die Frauen sind am Montag dran

Bevor Kurt wieder an der Reihe ist, wird auch seine Landsfrau Elise Chabbey im Lee Valley White Water Centre ins Geschehen eingegriffen haben. Für die erst 19-jährige Genferin steht die Qualifikation am Montag im Programm. Es wäre eine Überraschung, wenn sich die Olympia-Debütantin für den Halbfinal vom Donnerstag empfehlen könnte. Als 75. der Frauen-Weltrangliste ist sie unter den 21 Teilnehmerinnen als Nummer 17 gesetzt. Sie müsste also mindestens zwei höher eingestufte Konkurrentinnen hinter sich lassen. (si)

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