Kanton Thurgau - Platz für Biberreviere wird knapp
Publiziert

Kapazitätsgrenze fast erreichtPlatz für Biber wird im Thurgau knapp

Im Kanton Thurgau gibt es kaum mehr Platz für geeignete Biberreviere. Dies zeigte die letzte Biber-Bestandserhebung des Kantons. Noch gibt es Potenzial am Bodensee.

von
Adriel Monostori
1 / 3
Der Revierplatz für Biber wird mit 157 Revieren im Kanton Thurgau knapp. Dies zeigte eine Bestandserhebung des Kantons.

Der Revierplatz für Biber wird mit 157 Revieren im Kanton Thurgau knapp. Dies zeigte eine Bestandserhebung des Kantons.

Karl-Josef Hildenbrand/dpa
Im Einzugsgebiet der Thur habe der Bestand stark abgenommen. Biologe Mathis Müller glaubt, dass Hochwasser ein Grund für diesen Einbruch sein könnte.

Im Einzugsgebiet der Thur habe der Bestand stark abgenommen. Biologe Mathis Müller glaubt, dass Hochwasser ein Grund für diesen Einbruch sein könnte.

20min/Marco Zangger
An den Bächen, die zum Bodensee führen, gebe es noch Platz für Biberreviere. Biber seien nicht wählerisch, wenn es um den Lebensraum geht.

An den Bächen, die zum Bodensee führen, gebe es noch Platz für Biberreviere. Biber seien nicht wählerisch, wenn es um den Lebensraum geht.

20min / Leo Butie

Darum gehts

  • Eine Bestandserhebung für Biber zeigte, dass das Wachstum der Biber-Reviere im Kanton Thurgau gebremst worden ist.

  • Gemäss dem Thurgauer Biologen Mathis Müller ist die Kapazitätsgrenze an Revieren im Kanton bald erreicht.

  • Im Bereich der Thur sei der Bestand stark abgefallen.

  • An den Bächen am Bodensee gibt es Potenzial für Biber-Reviere.

«Für Jungbiber wird es immer aufwendiger ein leeres Revier zu finden», sagt Biologe Mathis Müller aus Pfyn TG zur «Thurgauer Zeitung» (Bezahlartikel). Bald gebe es im Kanton Thurgau keine freien Plätze mehr für Biber. Die Erhebung der Anzahl der Reviere sei bei dieser Tierart besonders interessant, da Biber sich jeweils in einem bestimmten Gebiet niederlassen und es dann verteidigen.

Der Pfyner Biologe ist von der Entwicklung nicht überrascht: «Wir nähern uns in den meisten Gebieten des Kantons einer Kapazitätsgrenze an.» Dies, weil Artgenossen einander fortjagen. Müller schätzt, dass im Kanton Thurgau zwischen 650-700 Tiere, beziehungsweise 180-200 Reviere, Platz finden. Bei der letzten Bestandserhebung wurden 157 Reviere gezählt. Einige Tiere haben sogar ihre Reviere verlassen. Vor allem im Einzugsgebiet der Thur sei der Bestand stark abgefallen. Der Experte glaubt, dass Hochwasser ein Grund für diesen Einbruch sein könnte.

Noch freie Plätze verfügbar

Noch gibt es im Kanton freie Revierplätze für das Nagetier. «Ein gewisses Potenzial gibt es in der Aach oder an anderen Bächen, die in den Bodensee fliessen», sagt der Biologe. Der Biber sei jedoch nicht sehr wählerisch. Zunehmend treffe man ihn auch an Waldbächen und Weihern an. Die meisten Biber kommen in den Auenwäldern und Kanälen der Kantonshauptstadt Frauenfeld TG vor. Insgesamt gibt es in der Schweiz rund 3500 Biber. Die nächste nationale Bestandserhebung findet im Winter 2022 statt.

Die letzte Bestandserhebung, die sich mit dem geschützten Tier befasste, wurde von der kantonalen Jagd- und Fischereiverwaltung des Kantons Thurgau im Winter 2017/2018 durchgeführt. Dafür suchten über 40 freiwillige Helfende 900 Kilometer Gewässerabschnitte im ganzen Kanton ab. Gemäss der Erhebung wurde das Wachstum der Biber-Reviere im Kanton gebremst. Gegenüber dem Jahr 2013 nahm die Zahl nur 18,9 Prozent zu. Das Wachstum der Reviere belief sich in der Vorperiode auf 40,4 Prozent. 93 der 157 Reviere sind Familienreviere, in denen rund fünf Tiere vorkommen.

Du weisst von einem Tier in Not?

Hier findest du Hilfe:

Feuerwehr, Tel. 118 (Tierrettung)

Polizei, Tel. 117 (bei Wildtieren)

Tierrettungsdienst, Tel. 044 211 22 22 (bei Notfällen)

Schweizerische Tiermeldezentrale, wenn ein Tier entlaufen/zugelaufen ist

Stiftung für das Tier im Recht, für rechtliche Fragen

GTRD, Grosstier-Rettungsdienst, Tel. 079 700 70 70 (Notruf)

Schweizerische Vogelwarte Sempach, für Fragen zu Wildvögeln, Tel. 041 462 97 00

Tierquälerei:

Meldung beim kantonalen Veterinäramt oder beim Schweizer Tierschutz (anonym möglich)

My 20 Minuten

Als Mitglied wirst du Teil der 20-Minuten-Community und profitierst täglich von tollen Benefits und exklusiven Wettbewerben!

Deine Meinung

22 Kommentare