Aktualisiert 05.04.2007 08:47

Playboy-Chef freigesprochen

Der Chefredaktor der indonesischen Ausgabe des «Playboy» muss nicht wegen der Veröffentlichung «unzüchtigen» Materials ins Gefängnis.

Ein Gericht in Jakarta sprach den 42- jährigen Erwin Arnada am Donnerstag von diesem Vorwurf frei.

Die Staatsanwaltschaft hatte ihn beschuldigt, «die Gesellschaft in Verwirrung gebracht» und der «Moral des Landes geschadet» zu haben, und bis zu zwei Jahre Haft gefordert. Etwa 100 militante Moslems demonstrierten vor dem Gerichtsgebäude.

Sie kündigten Selbstjustiz an, falls Arnada nicht verurteilt werde. Hunderte Polizisten und Wasserwerfer waren im Einsatz, um Übergriffe zu verhindern. Die islamistische Vereinigung Front der Islamischen Verteidiger hatte einen «Krieg» für den Fall einer Freilassung Arnadas angedroht.

Arnada hatte sich im Prozess unter anderem mit dem Hinweis verteidigt, dass im indonesischen «Playboy» - im Gegensatz zu Ausgaben in anderen Ländern - keine Fotos nackter Frauen gezeigt werden.

Stattdessen werden die Frauen mit nackten Beinen und tiefen Dekolletées gezeigt. Im grössten muslimischen Land der Welt gibt es Männermagazine, die freizügiger sind als der «Playboy».

Das Magazin war schon vor Beginn des Prozesses gegen Arnada zur Zielscheibe wütender Proteste geworden. So verlegte das Magazin seinen Sitz von Jakarta auf die mehrheitlich hinduistische Insel Bali, nachdem Kritiker das Redaktionsgebäude in der Hauptstadt angegriffen hatten.

(sda)

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