Rara.com am Start: Playlists zum Heulen und Relaxen
Aktualisiert

Rara.com am StartPlaylists zum Heulen und Relaxen

Mit rara.com drängt noch ein Anbieter auf den umkämpften Markt der Musikstreaming-Dienste. Die Lancierung erfolgt mit unschönen Nebengeräuschen.

von
dsc

Aus Grossbritannien kommt ein neuer Online-Musikdienst namens rara.com, der ab sofort in der Schweiz und 15 weiteren Ländern erhältlich ist, darunter auch die USA.

Rara.com steht im Browser-Fenster und auf Android-Smartphones (auch offline) zur Verfügung. Eine iPhone-App soll in Kürze folgen. Der erste Eindruck ist bunt und schrill. Rara.com will sich ja auch bewusst von der Konkurrenz abheben, deren Web-Auftritte langweilig und kompliziert seien. Den Nutzern werden stattdessen farbige Kacheln präsentiert, die für verschiedene Musik-Stimmungen stehen. Ob entspanntes Easy Listening am Sonntagmorgen im Bett oder «Ich könnte heulen»-Weltschmerz. Wer auf den Button klickt, wird zur passenden Playlist geführt.

Darüber hinaus bietet rara.com gemäss eigenen Angaben eine breite Palette von Musiksendern, zudem können die Nutzer ihre Lieblingstitel auf Facebook und anderen sozialen Netzwerken teilen.

«Lächerlich arrogant»

Hinter rara.com steckt das britische Unternehmen Omnifone, das Online-Plattformen im Auftrag von Sony und anderen Firmen betreibt. Bei Rara.com wird den Nutzern ein werbefreier Online-Katalog mit über zehn Millionen Songs zur Verfügung gestellt. Dafür habe man Lizenz-Vereinbarungen mit den vier grossen Musik-Multis (Universal, Sony, EMI, Warner) sowie «führenden Independent-Labels» abgeschlossen, heisst es vielversprechend.

Allerdings äussern sich Vertreter der unabhängigen Musikproduzenten skeptisch bis ablehnend. «Ich bin echt erstaunt, dass ein Unternehmen so lächerlich arrogant und kurzsichtig sein kann, von den Konsumenten gutes Geld für etwas zu verlangen, das nicht fertig ist», sagte Merlin-Chef Charles Caldas gegenüber der «New York Times». Merlin repräsentiert als global tätige Künstler-Agentur Tausende unabhängige Musiker und hat gemäss eigenen Angaben keinen Deal mit rara.com abgeschlossen.

Gratis gibts gar nichts

Die Firmenleitung von rara.com erwidert, dass wenn möglich alle wichtigen Independent-Labels ins Angebot aufgenommen werden sollen. Das Unternehmen wolle weitere Verhandlungen führen, berichtet musically.com.

Im Gegensatz zu Konkurrenten wie Spotify bietet rara.com keine Möglichkeit, den Streaming-Dienst kostenlos auszuprobieren. Neukunden werden mit einem Einsteigerabo von 99 Cent pro Monat gelockt. Das bezieht sich auf das Komplettangebot und gilt für die ersten drei Monate. Der reguläre Online-Zugang zu rara.com kostet sechs Franken im Monat, bei der Nutzung mobiler Geräte werden 12 Franken fällig. Eine Kündigung sei jederzeit möglich, heisst es.

Auch wenn Rara.com spät in den Markt eintritt, hat man Grosses vor. Dank einem Deal mit dem führenden PC-Hersteller Hewlett-Packard (HP) soll der Musikdienst in Zukunft auf einem Grossteil der neuen HP-Computer in Europa vorinstalliert sein.

Was halten Sie von rara.com?

Nichts verpassen

Das Ressort Digital ist auch auf Twitter vertreten. Folgen Sie uns und entdecken Sie neben unseren Tweets die interessantesten Tech-News anderer Websites.

Deine Meinung