Familienbesuche fallen aus: Playstation und Lesen – So verbringen die Nati-Stars ihre Freizeit
Publiziert

Familienbesuche fallen ausPlaystation und Lesen – So verbringen die Nati-Stars ihre Freizeit

Wegen der Corona-Pandemie dürfen die Schweizer Spieler im Nati-Hotel keinen Besuch empfangen. Die freie Zeit verbringen sie darum mit Konsole, Netflix und Reden.

von
Lucas Werder, Tobias Wedermann
1 / 5
Wegen der Corona-Pandemie ist wenig los im Nati-Hotel.

Wegen der Corona-Pandemie ist wenig los im Nati-Hotel.

Claudio Thoma/freshfocus
Die Nati-Stars vermissen nicht nur ihre Fans, sondern auch Freunde und Familie.

Die Nati-Stars vermissen nicht nur ihre Fans, sondern auch Freunde und Familie.

freshfocus
Ob auch Xherdan Shaqiri gelegentlich zur Konsole greift?

Ob auch Xherdan Shaqiri gelegentlich zur Konsole greift?

freshfocus

Darum gehts

  • Zwischen Spielen und Trainings haben die Nati-Stars viel Freizeit.

  • Familie und Freunde dürfen sie wegen der Corona-Pandemie nicht treffen.

  • Zwei deutsche Nationalspieler mussten nach einer Brettspiel-Partie in Quarantäne.

  • Bei den Schweizern setzt man vor allem auf elektronische Unterhaltung.

Es ist ruhig im Säntispark in Abtwil (SG). Wo sonst regelmässig Nati-Stars beim Kaffeetrinken in der Hotel-Lobby anzutreffen sind, herrscht zurzeit gähnende Leere. Wegen den Corona-Sicherheitsmassnahmen dürfen Xhaka, Akanji und Co. nämlich keinen Besuch empfangen.

Das ist bitter, denn für viele im Ausland beschäftigte Akteure ist die Länderspielpause oft die einzige Gelegenheit auf ein Wiedersehen mit Freunden und Familie. «Es ist sehr schade, dass wir keinen Besuch empfangen können», erklärt Steven Zuber. Auch Xherdan Shaqiri sagt: «Leider kann ich meine Familie nicht sehen.»

Trotzdem haben die Schweizer Spieler Verständnis für die strengen Richtlinien. Welche Konsequenzen ein positiver Coronafall haben kann, musste diese Woche die deutsche Nationalmannschaft erfahren. Gladbach-Spieler Jonas Hoffmann wurde positiv getestet. Mit ihm musste sich auch Leipzigs Marcel Halstenberg in Quarantäne begeben. Die beiden hatten im Teamhotel gemeinsam Backgammon gespielt und sind mittlerweile abgereist.

Shaqiri gamt, Zuber liest

Stellt sich die Frage, wie verbringen unsere Nati-Kicker ihre Freizeit zwischen Trainings und Spielen? «Viel können wir in der Freizeit nicht machen», verrät Shaqiri an der Medienkonferenz vor dem Quali-Spiel gegen Litauen. «Ihr spielt Nintendo auf Distanz», entgegnet Nati-Trainer Vladimir Petkovic. «Ja, viele Jungs spielen in ihrem Zimmer Playstation», gibt Shaqiri zu.

Doch nicht alle Nati-Stars hocken vor der Konsole. Frankfurt-Legionär Zuber greift gerne auch mal zu einem Buch oder telefoniert. «Ab und zu schaue ich mir auch mal eine Netflix-Serie an», erzählt er. Generell seien die Spieler häufiger für sich alleine als früher. Einzige Ausnahme sind die gemeinsamen Essen. «Das ist oft die einzige Möglichkeit, sich zu unterhalten. Weil wir dort die nötige Distanz einhalten, bleiben viele Spieler nach dem Essen länger sitzen und reden zusammen», sagt Zuber.

Kein Nati-Protest gegen Katar

Anders als Norwegen, Deutschland oder die Niederlande plant die Schweizer Nati keinen Protest vor dem Quali-Spiel gegen Litauen. «Der Verband führt Gespräche zu diesem Thema. Wir Spieler unterstützen den SFV zu hundert Prozent in dieser Sache und wir unterstützen auch zu hundert Prozent Menschenrechte», sagt aber Xherdan Shaqiri. Ausführlicher äussert sich Medienchef Adrian Arnold: «Wir haben intern mit der Mannschaft Gespräche geführt zur Lage in Katar. Die Mannschaft selber wird keine Aktion machen. Vonseiten des SFV haben wir uns entschieden, mit Amnesty International und der Fifa in den Dialog zu treten, das ist bereits letzten Herbst passiert. Es werden noch weitere Gespräche stattfinden. Wir haben klar die Position, dass jedes Leben schützenswert ist und dafür setzen wir uns ein. Die Mannschaft unterstützt dieses Vorgehen und diesen Kurs werden wir auch beibehalten.»

Hast du oder hat jemand, den du kennst, Mühe mit der Coronazeit?

Hier findest du Hilfe:

BAG-Infoline Coronavirus, Tel. 058 463 00 00

BAG-Infoline Covid-19-Impfung, Tel. 058 377 88 92

Dureschnufe.ch, Plattform für psychische Gesundheit rund um Corona

Branchenhilfe.ch, Ratgeber für betroffene Wirtschaftszweige

Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

Deine Meinung

2 Kommentare