Aktualisiert 05.03.2004 08:54

Pleitegeier kreist über Europa

Europaweit wurden im vergangenen Jahr 157 138 Firmenpleiten verzeichnet, 4539 davon entfielen auf die Schweiz.

In der Schweiz haben im vergangenen Jahr überdurchschnittlich viele Firmen Konkurs angemeldet. Der Zuwachs betrug 13,4 Prozent, gegenüber 3,9 Prozent im europäischen Mittel, wie ein Vergleich der Wirtschaftsauskunftei Creditreform zeigt.

Damit verzeichnete die Schweiz den dritthöchsten relativen Zuwachs. Nur Portugal und Norwegen hatten höhere Zuwachsraten bei den Firmenkonkursen.

Europaweit wurden im vergangenen Jahr 157 138 Firmenpleiten verzeichnet, 4539 davon entfielen auf die Schweiz. Hier deponierten 537 Firmen mehr die Bilanz als im Vorjahr. Creditreform führt den aussergewöhnlich hohen Anstieg der Konkurse in der Schweiz auf konjunkturelle Gründe zurück.

Ein Blick in die Vergangenheit zeigt aber auch, dass die Entwicklung in der Schweiz in den Jahren 1997 bis 2002 rückläufig gewesen war. In anderen europäischen Ländern wie etwa Deutschland dagegen nahmen die Konkurse in dieser Zeit kräftig zu. «Dort war es nicht zu einer positiven Zwischenphase wie in der Schweiz gekommen», sagt Claude Fenderer von der Creditreform.

Abflachung in zweiter Jahreshälfte

Weil sich der konjunkturelle Aufschwung erst mit Verzögerung auf die Insolvenzen auswirkt, rechnet Federer für das erste Halbjahr 2004 mit einer weiteren relativ hohen Zuwachsrate in der Schweiz. Eine Abflachung sei für die zweite Jahreshälfte zu erwarten.

Europaweit machte sich die rückläufige Tendenz bereits im vergangenen Jahr bemerkbar. Während die Zunahme der Firmenpleiten im Jahr 2002 10,7 Prozent betrug, schwächte sich dieser Wert im vergangenen Jahr auf 3,9 Prozent ab. In der Schweiz war die Entwicklung gegenläufig. Die Zunahme für 2002 gegenüber dem Vorjahr betrug gemäss Federer 10,8 Prozent, im Jahr 2003 13,4 Prozent.

(sda)

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