Im Flammeninferno: «Plötzlich raste das Feuer auf uns zu»
Aktualisiert

Im Flammeninferno«Plötzlich raste das Feuer auf uns zu»

Innert Minuten war eine australische Familie von den Flammen umzingelt. Ihr einziger Ausweg war das Meer. Der Grossvater hat die dramatische Situation fotografiert.

von
kmo

Bonnie Walker war traurig, als sie letzten Freitag ihr Zuhause in Dunalley auf der australischen Insel Tasmanien verliess, denn sie musste an eine Beerdigung. Doch erst auf dem Weg ins fünfzig Kilometer entfernte Hobart begann sie zu ahnen, wie dramatisch dieser Tag noch enden könnte: Links und rechts der Strasse loderten Buschbrände. Nur Minuten später war der Weg völlig unpassierbar geworden.

Die Australierin hatte ihre fünf Kinder - Charlotte (2), Esther (4), Caleb (6), Liam Walker (9) und Matilda (11) - bei ihren Eltern Tim und Tammy Holmes in Dunalley gelassen. Diese wurden von den Flammen völlig überrascht. «Wir sahen Feuertornados auf uns zurasen und gleich darauf waren wir umzingelt», sagte Opa Tim später zu «Mirror News».

Es wurde immer heisser

Ihnen blieb nur ein Ausweg - das Meer. Die Grosseltern rannten mit den Kindern zum Steg, hofften, dass sie hier in Sicherheit sein würden. Doch die Hitze wurde immer unerträglicher und alle sechs mussten schliesslich ins Wasser steigen und zuschauen, wie ihr Haus niederbrannte.

Doch lange konnten sie auch hier nicht bleiben. Denn der Rauch wurde immer beissender. «Bald hatte es noch etwa zwanzig bis dreissig Zentimeter Sauerstoff über der Wasseroberfläche», erinnert sich Grossvater Tim Holmes. Da entdeckte Grossmutter Tammy ein kleines Boot und die verzweifelte Familie konnte der Feuerhölle endlich entrinnen.

Nicht-Schwimmer im eiskalten Wasser

Auch Mutter Bonnie Walker machte in dieser Zeit die Hölle durch. Sie hatte keine Ahnung, wie es ihrer Familie ging. Alle sagten ihr immer nur, sie solle beten. Und dann erschien plötzlich das Foto in den Medien, das ihre Familie zeigte. Ihr Vater hatte es während des Dramas aufgenommen.

Doch Bonnie dachte daran, dass drei ihrer Kinder Nicht-Schwimmer sind. Würden es die Grosseltern schaffen, die Köpfe der Kleinen über Wasser zu halten? Es waren bange Stunden, bis sie die erlösende Nachricht von der Rettung ihrer Liebsten erhielt.

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