Schlafzimmerräuber in Uster: «Plötzlich standen zwei Männer in meiner Stube»
Aktualisiert

Schlafzimmerräuber in Uster«Plötzlich standen zwei Männer in meiner Stube»

Für Josef Meier wurde ein Alptraum Realität: Mitten in der Nacht wurde er Opfer von Schlafzimmerräubern. Der 59-jährige Ustermer berichtet von einer Nacht voller Angst und Schrecken.

von
Amir Mustedanagic

Kurz vor drei Uhr in der Nacht auf heute am Lorenweg in Uster. Glas klirrt. Josef Meier (Name von der Redaktion geändert) schreckt aus dem Schlaf hoch. Der Lärm ist ganz nah. Ihm fällt ein, dass er die Storen in der Stube nicht heruntergelassen hat. «Ich betrat die Stube und plötzlich standen da diese zwei Männer.» Die böse Ahnung wird zur Gewissheit: Der 59-Jährige wird überfallen. Die beiden Räuber packen ihn und bedrohen ihn mit einem Messer. Für Meier ein Schock: «Ich fürchtete um mein Leben.» Die zwei Räuber mahnen ihn zum Schweigen. Wegen eines Schlaganfalls ist sein Sprachvermögen eingeschränkt, Schreien ist sowieso keine Option für den 59-Jährigen. Die Einbrecher fesseln ihm die Arme und Beine. Während Josef Meier angsterfüllt und gefesselt in der Stube liegt, durchwühlen die skrupellosen Banditen seine Wohnung. Sie schnappen sich alles, was wertvoll ist und verlangen auch die Bankkarten mit den Codes.

Hilflos muss Meier ansehen, wie sie seine Wohnung ausräumen. «Ich konnte mich nicht mehr bewegen, nicht eingreifen – nichts. Ich musste einfach zuschauen.» Was Josef Meier zu diesem Zeitpunkt nicht weiss: Er hat Glück im Unglück. Meier ist nicht der Einzige, der durch den Lärm hochgestreckt ist. Eine Nachbarin hat das Klirren der Scheiben gehört und alarmierte die Polizei. «Wäre die Polizei nicht gekommen, hätten sie wohl noch lange weitergemacht», befürchtet Meier. Die Räuber lassen alles fallen und fliehen.

Opfer will in der Wohnung bleiben

Die beiden Banditen kommen nicht weit. «Kaum waren sie draussen, knallten Schüsse», so Meier. Die alarmierte Polizei feuerte mehrmals auf die Einbrecher und leitete eine Grossfahndung ein – erfolgreich: Wenig später konnte sie in einem Taxi in Uster einen Mann verhaften, der eine Schussverletzung aufwies. Ein zweiter Tatverdächtiger konnte rund eine Stunde später in Zürich festgenommen werden.

Für Josef Meier ist die Nacht noch nicht vorbei. Der Schreck sitzt tief. «Ich habe noch kein Auge zugemacht.» Doch der 59-Jährige gibt sich kämpferisch: Er ist erst vor sechs Monaten in seine Wohnung eingezogen und will sie nicht aufgeben. «Ich bleibe», sagt Meier, der beim Überfall an der Hand leicht verletzt wurde. Der Glaser ist bereits im Einsatz. Bevor sich Meier aber noch mehr Gedanken dazu macht, wartet das Bett: «Nach ein bisschen Schlaf sieht die Welt nochmals anders aus.»

Das , die seit Anfang Jahr in Opfikon und in Schlieren die Bevölkerung in Angst und Schrecken versetzen. Die Polizei fahndet mit den Bildern einer Überwachungskamera nach den beiden unbekannten Tätern und hat eine Belohnung von 5000 Franken ausgesetzt. Ob es sich beim festgenommen Räuber in Uster, um einen der gesuchten Räuber handelt, ist noch unklar. Die Kantonspolizei Zürich prüft gemäss Medienmitteilung, ob die Verhafteten für weitere gleichgelagerte Straftaten in Frage kommen.

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