Film über Jugendliche: «Plötzlich wird das Leben knallhart»
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Film über Jugendliche«Plötzlich wird das Leben knallhart»

Der Basler Filmemacher Mathias Hefel hat für das Erziehungsdepartement während drei Jahren fünf Jugendliche auf ihrem Weg in die Berufslehre begleitet.

von
lha

«Ich dachte zuerst, Landschaftsgärtner sei kein guter Beruf. Es hat dann aber mega Spass gemacht», sagt Muhamed. Mit 14 Jahren beginnt sich der Basler Schüler beruflich zu orientieren. Auf seinem Weg von der Schule ins Berufsleben liess er sich während drei Jahren vom Basler Filmemacher Mathias Hefel begleiten. Auch die Geschichten von Ajdina, Berdan, Yael und Alena wurden dokumentiert.

Unter dem Titel «Wünsche, Wahl und Wirklichkeit» entstanden im Auftrag des Basler Erziehungsdepartements fünf Filmporträts, die nun Teil eines neuen Lehrmittels sind. «Ursprünglich sollten wir nur ein paar Interviews machen, ich hatte dann aber die Idee für das Langzeitprojekt», erzählt Hefel. Das Resultat ist eindrücklich.Wunsch und Wirklichkeit liegen bei manchen der Protagonisten weit auseinander.

«Plötzlich wird das Leben knallhart»

Ein Grossteil der Porträtierten sind Niveau-A-Schüler. Berdan möchte Informatiker werden, muss sich wie viele seiner Altersgenossen aber neu orientieren. Man sieht den Jungen dann beim Berufsberater und bei der Schnupperlehre in der Autowerkstatt. «Es ist nichts gestellt. Die Schnupperlehren, die Gespräche mit Lehrmeistern und Berufsberatern, alles ist echt», sagt Hefel. Dafür musste er das Vertrauen der Jugendlichen gewinnen. «Sie merkten, dass wir sie nicht blossstellen wollten. Dadurch wurden sie auch offener.»

Ihre Biografien sind beispielhaft für viele Jugendliche. Wer sich für eine Berufslehre entscheiden muss, wird früh mit dem Ernst des Lebens konfrontiert. «Plötzlich wird das Leben knallhart. Es ist ein hartes Erwachen», sagt Hefel. Auf Bewerbungen folgen Absagen. Selbstzweifel. Findet man eine Lehrstelle? Genügt man den Ansprüchen? In den Videoporträts reflektieren die Jugendlichen ihre Situation selber. «Ich wollte bewusst keine Experten-Kommentare», erklärt er.

Unvollkommene Vorbilder

«Man muss nie negativ denken», sagt Muhamed. Er ist wie Ajdina, Berdan, Yael und Alena kein Musterbeispiel. Es läuft eben nicht alles am Schnürchen. Trotz der Rückschläge verlässt der Mut die fünf Protagonisten aber nicht. So sind sie eben doch Vorbilder für die anderen Basler Jugendlichen, die sich mit ihren Geschichten bald im Unterricht auseinandersetzen werden.

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