Aktualisiert 18.09.2018 13:14

BaselPneuschlitzer stachen in stillen Quartierstrassen zu

Warum wurden in Basel am Wochenende bei 14 Autos die Reifen aufgeschlitzt? Vieles deutet darauf hin, dass die Täterschaft gezielt Falschparkierer bestraft.

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mis
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Am Wochenende wurden bei mindestens 14 Autos in Basel die Reifen von Unbekannten aufgeschlitzt. Gemäss der «bz Basel» erwecken die Vorfälle den Verdacht auf eine Racheattacke.

Am Wochenende wurden bei mindestens 14 Autos in Basel die Reifen von Unbekannten aufgeschlitzt. Gemäss der «bz Basel» erwecken die Vorfälle den Verdacht auf eine Racheattacke.

20 Minuten/las
Mehrheitlich wurden Autos beschädigt, die falsch parkiert waren. Die «bz Basel» berichtet von einem Polizisten, der ein Motiv vermutet: «Es handelt sich hier wohl leider wieder um einen Fall von Selbstjustiz.»

Mehrheitlich wurden Autos beschädigt, die falsch parkiert waren. Die «bz Basel» berichtet von einem Polizisten, der ein Motiv vermutet: «Es handelt sich hier wohl leider wieder um einen Fall von Selbstjustiz.»

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Es gab Vorfälle in drei Bereichen. Einer davon ist die Lothringerstrasse im Nordwesten der Stadt.

Es gab Vorfälle in drei Bereichen. Einer davon ist die Lothringerstrasse im Nordwesten der Stadt.

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Vergangenes Wochenende wurden an 14 Autos in Basel die Reifen aufgeschlitzt. Ein klares Motiv schien zunächst nicht erkennbar, Hinweise auf einen politischen Tathintergrund fehlten. Doch gemäss einem Bericht der «bz Basel» könnte es sich um einen Fall von Selbstjustiz handeln.

«Es handelt sich hier wohl leider wieder um einen Fall von Selbstjustiz», soll ein Polizist gegenüber Anwohner gesagt haben, wie die Zeitung berichtet. Es sei auffallend, dass alle betroffenen Fahrzeuge falsch parkiert und teilweise gar im Parkverbot abgestellt gewesen seien. Ausserdem wurden auch vereinzelt Autos beschädigt, die in falscher Fahrtrichtung parkiert hatten. Alle korrekt abgestellten Fahrzeuge blieben indessen verschont. Kriminalkommissär Peter Gill bestätigte am Dienstag auf Anfrage, dass mehrheitlich falsch parkierte Autos beschädigt worden waren.

Serientäter wahrscheinlich

Doch trotz heisser Spur und allmählich erkennbarem rotem Faden wollen sich die Ermittler noch nicht zu weit aus dem Fenster lehnen: «Das Motiv ist uns nicht bekannt, wir haben den Täter noch nicht geschnappt», erklärt Gill. Noch sei jeglicher Verdacht Spekulation und keinesfalls bewiesen.

Jedoch verfestigte sich die Annahme, dass es sich bei den Vorfällen um eine Serie handelt: «Es liegt im Bereich des Möglichen, dass es sich bei den Beschädigungen Ende August beim Erdbeergraben und bei jenen am vergangenen Wochenende um dieselbe Täterschaft handelt», erklärt Gill. Ende August wurden ebenfalls bei mehr als einem Dutzend Autos die Reifen aufgeschlitzt.

Täter waren in ruhigen Strassen unterwegs

Falsch parkierte Autos sind laut einer Anwohnerin ein Problem im Bachlettenquartier, wo die Pneustecher am Wochenende ihr Unwesen trieben: «Oft wird meine Velo-Einfahrt von Autos versperrt», sagt sie. Ob Bubenstreich oder gar gezielte Jagd auf Parksünder, im Quartier wird wild über die Tathintergründe spekuliert. Viele Anwohner sind erschüttert. «Ich habe immer gedacht, im Kleinbasel seien solche Vorfälle viel häufiger», meint eine ältere Dame. Viele sind beunruhigt, dass die Vandalen in ihrem sonst so ruhigen und friedlichen Familienquartier unterwegs waren.

In der Tat war die Täterschaft vorwiegend in ruhigen Quartierstrassen aktiv, wo auch am Wochenende nachts kaum jemand unterwegs ist. Vielleicht gerade deswegen.

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