Wieder aktiv?: Pnos-Gründer zurück in der Neonazi-Szene
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Wieder aktiv?Pnos-Gründer zurück in der Neonazi-Szene

Pnos-Gründer Sacha K. ist wieder aktiv. Über Facebook propagiert er «Heil Hitler»-Parolen. Experten befürchten, dass der vermeintliche Ex-Neonazi eine neue Organisation aufbaut.

Wieder aktiv: Sacha K (rechtes Bild).

Wieder aktiv: Sacha K (rechtes Bild).

«Ein donnerndes 88 an all meine treuen Kameraden», schreibt Sacha K.* auf Facebook – die Zahl 88 steht als Abkürzung für «Heil Hitler». Der Gründer der Partei Pnos, der als einer der bekanntesten Rechtsextremen der Schweiz galt, verkündete noch 2006 vollmundig seinen Austritt aus der Neonazi-Szene. Nun nährt er die ­Gerüchte, dass er wieder aktiv ist.

K. habe sich in letzter Zeit im Internet wieder vermehrt rassistisch geäussert, bestätigt Samuel Althof von der Fachstelle Extremismus und Gewaltprävention Fexx: «Auf Facebook ruft er zum Aktivismus auf, verbreitet ‹Heil Hitler›-Botschaften und verlinkt rassistische Songs.» Für den Rassismus-Experten sind das Anzeichen dafür, dass K. sein Netzwerk stärken will.

Entwicklung der Szene wird beobachtet

«Innerhalb kürzester Zeit hat er sein Facebook-Profil neu erstellt – auch mit Kontakten aus der Szene. Es könnte sein, dass er versucht, eine neue Organisation aufzubauen.» Für die Prävention sei es deshalb wichtig, dass die Behörden vermehrt ein Auge auf den vermeintlichen Ex-Neonazi werfen.

Der Nachrichtendienst des Bundes (NDB) sieht jedoch keinen aktuellen Handlungs­bedarf: «Der NDB darf gemäss seinen gesetzlichen Grundlagen nur den gewalttätigen Rechtsextremismus in der Schweiz beobachten. Wir beobachten die Entwicklung in ­dieser Szene regelmässig», so Sprecher Simon Johner. Zum Fall selbst will er sich nicht äussern. Auch Sacha K. wollte gegenüber 20 Minuten keine Stellung nehmen.

*Name der Redaktion bekannt

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