Aktualisiert 25.12.2007 14:17

PNOS: Übernahme der Schweizer Demokraten?

Die rechtsnationale Partei National Orientierter Schweizer (PNOS) erblickt in der Wahlniederlage der Schweizer Demokraten eine Chance. Und fordert deren Vorstand auf, in die PNOS zu wechseln.

Kurt Koller weiss nicht so recht, was er davon halten soll. Vor zwei Tagen hat er einen Brief erhalten. Er sei ein guter SD-Mann und er solle doch zur PNOS wechseln. Unterzeichnet hat den Brief Roland Renggli, seines Zeichens Leiter der PNOS-Ortsgruppe Küssnacht am Rigi. «Wir sprechen alle SD-Mitglieder an, die sich offen zu einem Systemwechsel bekennen und die Vogel-Strauss-Politik in hohem Bogen verwerfen», schreibt Renggli.

Gemäss dem Konservativen-Blog winkelried.info soll die Parteileitung der SD sämtliche Mitglieder-Adressen an die PNOS weitergegeben haben. Alle SD-Mitglieder seien angeschrieben worden und die PNOS wolle die SD übernehmen, höhnt winkelried.info. Der Betreiber des Blogs ist den Schweizer Demokraten wegen vergangener Auseinandersetzungen und seinem Ausschluss aus der Partei in inniger Feindschaft verbunden.

Laut SD-Zentralpräsident Ueli Brasser könne keine Rede von einer Fusionsaufforderung seitens der PNOS sein. «Ich habe gleich nach Erhalt des Briefes eine Umfrage gestartet. Bis jetzt sind erst vier Briefe aufgetaucht. Ich habe einen gekriegt, Kassier Koller, die Vizepräsidentin und der Zürcher Kantonalpräsident», sagt Brasser. Dass die PNOS in den Besitz der SD-Mitgliederadressen gelangt ist, bezweifelt Brasser.

«Ich gehe davon aus, dass es sich bei den Briefen um eine Provokation handelt. Wir werden nicht reagieren und keine der angeschriebenen Personen denkt auch nur im Traum daran, zur PNOS überzutreten», sagt Brasser.

In welcher Absicht Renggli seine Abwerbungsbriefe geschrieben hat und ob diese von der PNOS-Spitze abgesegnet waren, liess sich nicht in Erfahrung bringen. Weder Renggli selbst noch Pressesprecher Mario Friso waren für eine Stellungnahme zu erreichen.

Maurice Thiriet, 20minuten.ch

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