Trendmarke: POC-Helm erobert die Schweizer Skipisten
Aktualisiert

TrendmarkePOC-Helm erobert die Schweizer Skipisten

Nicht nur Olympia-Stars tragen ihn: den POC. Der schwedische Skihelm avanciert zur Trendmarke. Die Verkaufszahlen steigen stark. Doch was macht den Helm so besonders?

von
Yves Hollenstein
Der amerikanische Skistar Bode Miller trägt seit zwei Jahren den POC-Helm.

Der amerikanische Skistar Bode Miller trägt seit zwei Jahren den POC-Helm.

Der Jubel von Julia Mancuso ist schier grenzenlos. Die Amerikanerin hat soeben Gold im Riesenslalom geholt. Auf dem Kopf trägt sie einen schlichten weissen Skihelm mit der kleinen Aufschrift «POC». Das war 2006 in Turin.

Die Skirennfahrerin war damals genauso unbekannt wie ihre Helmmarke. Bei den aktuellen Olympischen Spielen in Sotschi hat sich das drastisch geändert: Zahlreiche Skistars wie Bode Miller oder Maria Pietilä Holmer tragen den Skihelm mit dem auffälligen, neonfarbenen Muster. Auch Mancuso ist der schwedischen Marke bis heute treu geblieben.

Aus dem Nichts

Doch der POC ist auch abeits der Rennpiste ein Renner. In den letzten zwei Jahren haben sich die Verkaufszahlen in der Schweiz mehr als verdoppelt, sagt Gary Rusterholz vom Importeur Airtool im Gespräch mit 20 Minuten. Und das, obwohl die Helme im mittleren bis oberen Preissegment angesiedelt sind.

Der POC hat innert Kürze rund fünf Prozent des Gesamtmarktes erobert. Das ist auf den ersten Blick nicht viel. Der Schweizer Markt ist jedoch bereits stark gesättigt. Laut der Beratungsstelle für Unfallverhütung (BFU) tragen heute 87 Prozent der Skifahrer einen Sturzhelm. Da ist nicht mehr viel Spielraum für neue Player.

Rusterholz startete quasi aus dem Nichts: «Vor acht Jahren hatte ich gerade mal ein Modell bei mir im Geschäft. Und dieses erst noch fast versteckt in einer Holzkiste.» Viele Händlerkollegen sagten ihm damals, er solle sich doch was anderes suchen.

Innovative Technologie

Die gleichen Händlerkollegen sagen ihm heute, der POC sei genau der Farbtupfer, den sie in ihrer Ausstellung noch gebraucht hätten, weil die meisten anderen Skihelme schwarz oder weiss sind. Doch Rusterholz lobt nicht nur das Design: «Wirklich besonders macht den Helm seine innovative Technologie.»

Ein herkömmlicher Skihelm muss nach einem Sturz ausgewechselt werden. Eine spezielle Schaumstruktur im Innern macht den POC jedoch sturzbeständig. Eine sogenannte Aramid-Schicht, die auch für schusssichere Westen verwendet wird, verhindert ein Zerbrechen des Helms ebenso wie eine Verletzung des Skifahrers durch spitze Steine.

Ein Laborteam von Ingenieuren, Neurologen und ehemaligen Rennfahrern ist für die Weiterentwicklung verantwortlich. «Aus technischer Hinsicht ist der POC den anderen Marken einen Schritt voraus», bestätigt ein Sportfachhändler. Dies gepaart mit dem Design mache den Helm so beliebt.

Unfallmeldung per SMS

Die schwedischen Forscher tüfteln derzeit auch an einem elektronischen Meldesystem. Wenn der Helmträger stürzt, erhält beispielsweise seine Partnerin eine SMS-Nachricht. Ruft sie ihn daraufhin an und er meldet sich nicht, dürfte der Unfall gravierend sein.

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