Dieb vor Gericht: Pöstler sackt Päckli ein
Aktualisiert

Dieb vor GerichtPöstler sackt Päckli ein

Ein Chauffeur hat in zwei Postverteilzentren ein Jahr lang Postsendungen gestohlen. TV-Geräte, Mobiltelefone, Computer - nichts war sicher vor dem Mann.

von
Attila Szenogrady

Am 17. April 2008 klickten im Postverteilzentrum von Wädenswil die Handschellen. Die Polizei nahm einen langjährigen Berufschauffeur einer Transportfirma fest. Der heute 48-jährige Schweizer verbrachte danach 33 Tage in Untersuchungshaft und gab eine eindrückliche Diebesserie zu Lasten der Post zu.

TV-Geräte, Mobiltelefone und Computer gestohlen

Fest steht, dass der Angeklagte für das Abholen sowie Abliefern von Postsendungen zuständig war und im Mai 2007 erstmals auf die Idee kam, grössere Pakete in seinem Lastwagen zu belassen und zu entwenden. Da die ersten Diebstähle in Zürich unentdeckt blieben, setzte der Täter beim Postverteilzentrum Wädenswil sein Treiben munter fort.

Er klaute dort diverse Postsendungen, wobei er es vor allem auf teure technische Geräte abgesehen hatte. Die Anklageschrift listete dabei Computer, Mobiltelefone und sogar ganze TV-Geräte auf. Zuletzt trieb es der Langfinger in Wädenswil aber zu bunt. So fiel auf, dass bei den Transporten des Angeklagten immer mehr Geräte verschwunden waren. Schliesslich tappte er in eine Falle.

Schulden und Nebenjob als Tatmotive

Am Dienstag musste sich der geständige Angeklagte vor dem Bezirksgericht Zürich verantworten. Er gab dabei finanzielle Schulden als Tatmotiv an. Der zweifache und geschiedene Familienvater soll alleine für Alimente von über 36 000 Franken aufkommen. Der Verteidiger führte zudem auf, dass sein Klient mit der Reperatur von technischen Gegenständen einen Nebenjob angestrebt habe. Die gestohlenen Apparate habe er als Ersatzteile verwenden wollen.

Umstrittener Deliktsbetrag

Vor den Schranken waren nur noch das Strafmass sowie der genaue Deliktsbetrag umstritten. Während die Staatsanwaltschaft für den Ersttäter wegen mehrfachen Diebstahls sowie Verletzung des Postgeheimnisses eine bedingte Geldstrafe von 180 Tagessätzen zu 30 Franken sowie eine Busse von 500 Franken verlangte, setzte sich die Verteidigung für eine erheblich mildere Sanktion von 120 Tagessätzen zu 20 Franken auf Bewährung ein. Der Anwalt verwies dabei auf die schwierige Jugend seines Klienten und auf die Tatsache, dass ihn erst die Gelegenheit zum Dieb gemacht habe. Uneinigkeit herrschte über den genauen Deliktsbetrag. Die Post machte einen ansehnlichen Schaden von mindestens 53 000 Franken geltend. Die Verteidigung anerkannte dagegen höchstens 15 000 Franken. Das Urteil wird das Gericht demnächst zustellen.

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