Kurzer Hype: «Pokémon Go» bewegt die Gamer nur eine Woche
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Kurzer Hype«Pokémon Go» bewegt die Gamer nur eine Woche

«Pokémon Go»-Spieler sind bei ihrer Jagd viel unterwegs. Dachte man. Nun zeigt eine Harvard-Studie, dass das überhaupt nicht stimmt.

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Das Pokémon-Fieber packte im Juli 2016 viele Gamer. Und sofort dachten viele: Das Spiel treibt die Spieler rum, sie bewegen sich mehr als sonst. Obs stimmt?

Das Pokémon-Fieber packte im Juli 2016 viele Gamer. Und sofort dachten viele: Das Spiel treibt die Spieler rum, sie bewegen sich mehr als sonst. Obs stimmt?

epa/Piroschka van de Wouw
Jetzt ist klar: Alle Spieler zusammen legten seit dem Sommer 8,7 Milliarden Kilometer zurück.

Jetzt ist klar: Alle Spieler zusammen legten seit dem Sommer 8,7 Milliarden Kilometer zurück.

AP/Nati Harnik
Kaum konnte man «Pokémon Go» in der Schweiz offiziell spielen, prophezeiten Analysten dem Mobile-Game bereits ein kurzes Leben.

Kaum konnte man «Pokémon Go» in der Schweiz offiziell spielen, prophezeiten Analysten dem Mobile-Game bereits ein kurzes Leben.

AFP/Pedro Armestre

Die Monsterjagd «Pokémon Go» hält die Spieler auf Trab. Nur wer sich aktiv bewegt, kann möglichst viele Pokémon sammeln. Trotzdem: Das Smartphone-Game fördert laut einer Studie der Harvard University kaum die Bewegung der Spieler. Während der ersten Woche nach Installation war der moderate Effekt noch am grössten, nahm danach aber schnell ab.

Die Jagd auf Nintendos Pokémon-Figuren, die auf dem Smartphone-Bildschirm in der realen Umgebung erscheinen, könnte eine spassige Motivation zu mehr Bewegung sein. Allerdings legen Nutzer des Games in der ersten Woche nach Installation des Spiels im Schnitt lediglich 955 Schritte mehr zurück, so das Resultat einer Studie, die im «British Medical Journal» erschien.

Anfängliche Begeisterung lässt rasch nach

Die Schrittzahl sei zudem in den folgenden sechs Wochen langsam wieder bis zum Ausgangswert zurückgefallen, hiess es in einer Mitteilung der Harvard T.H. Chan School of Public Health. Die Anzahl der Schritte in einer Vergleichsgruppe von Nichtspielern blieb während der gesamten Untersuchung unverändert.

Die Harvard-Forscher hatten für die Studie die Bewegung von insgesamt 1182 jungen Nutzern eines iPhone 6 erfasst und ihre zurückgelegte Schritte in einer App erfasst werden. Das Ergebnis lege nahe, dass «Pokémon Go» nur einen moderaten Einfluss auf die Bewegung der Nutzer habe, der innerhalb von Wochen auch wieder verschwinde.

«Pokémon Go» bringt weiter Millionen

Auch wenn der große Hype vorbei ist, bringt die App «Pokémon Go» immer noch Millionen ein. Aktuelle Daten über den Monat August zeigen, dass inzwischen mobile Games und Download-Spiele den Markt dominieren.

Das Spiel bringt dennoch Vorteile

Die Harvard-Untersuchung widerspricht damit einer Studie der Stanford-Universität. Diese untersuchte das Verhalten von 1400 Spielern im Sommer. Demnach hätten sich diese massiv mehr bewegt, hiess es damals.

Pokémon Go im Mutterland angekommen

Das Spiel habe aber möglicherweise soziale Vorteile, die über die körperliche Aktivität hinausgingen. «Wir beginnen gerade erst zu verstehen, wie Augmented-Reality-Spiele potenziell die Gesundheit fördern können», sagte Katherine Howe, Mitautorin der Studie. Sie gäben den Leuten einen Grund, um rauszugehen und gemeinsam zu spielen. (zum/sda)

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