Aktualisiert 27.11.2009 09:27

Affäre Polanski

Polanski bleibt in Winterthur

Noch keine halbfreien Tage in den Bergen: Starregisseur Roman Polanski muss das Wochenende noch im Bezirksgefängis Winterthur verbringen.

Regisseur Roman Polanski werde nicht vor Anfang nächster Woche aus der Auslieferungshaft entlassen, wie Folco Galli, Sprecher des Bundesamts für Justiz (BJ), am Freitag auf Anfrage sagte.

Nähere Angaben dazu, wann Polanski in sein Ferienhaus nach Gstaad gebracht wird, wollte Galli nicht machen. Damit die Fahrt Polanskis ins Berner Oberland nicht von einem Medientross begleitet wird, will das BJ die Öffentlichkeit erst nach dessen Übersiedlung informieren.

Das Bundesstrafgericht hatte am Mittwoch entschieden, dass der wegen Vergewaltigung einer 13-Jährigen im Jahr 1977 seit zwei Monaten inhaftierte polnisch-französische Regisseur gegen eine Kaution von 4,5 Millionen Franken in die überwachte Freiheit entlassen wird.

Polanski muss seine Reisepapiere abgeben. In seinem Gstaader Chalet wird er mit einer elektronischen Fussfessel überwacht und unter Hausarrest gestellt.

Seit Bekanntgabe dieser Massnahme warten vor dem Bezirksgefängis Winterthur zahlreiche in- und ausländische Journalisten und Fotografen auf den Moment, in dem Polanski entlassen wird.

Bevor der Regisseur in sein Haus übersiedeln kann, muss dieses für das sogenannte «Electronic Monitoring» ausgerüstet werden. So muss etwa der Empfänger für das Signal, das die Fussfessel senden wird, an das Telefonnetz angeschlossen werden. Ein vor Antritt des Hausarrests ausgearbeiteter Wochenplan hilft den Behörden zu kontrollieren, ob sich Polanski an die Auflagen hält.

«Spezialisierte Stelle» bereitet vor

Das BJ hat für diese Vorbereitungen eine «spezialisierte Stelle» beauftragt, wie Galli sagte. Auch zu diesem Punkt will er keine weiteren Angaben machen.

Wie lange der elektronisch überwachte Hausarrest für den Regisseur dauern wird, ist noch unklar. Der Entscheid über die Auslieferung Polanskis an die USA ist noch hängig. Das BJ will voraussichtlich «innert ein paar Wochen» entscheiden, wie es am Donnerstag hiess.

Polanski hatte 1977 in den USA eine 13-Jährige vergewaltigt. Gestützt auf ein amerikanisches Ersuchen wurde er am 26. September 2009 bei der Anreise zum Filmfestival in Zürich verhaftet. Seither sitzt er in Auslieferungshaft.

Vor rund einem Monat traf auch das offizielle Auslieferungsersuchen der USA ein. Gemäss diesem drohen Polanski in Amerika nur zwei Jahre Gefängnis und nicht wie ursprünglich angenommen 50 Jahre.

(sda)

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