Polanski gewinnt Verleumdungsprozess gegen «Vanity Fair»
Aktualisiert

Polanski gewinnt Verleumdungsprozess gegen «Vanity Fair»

Der Filmregisseur Roman Polanski hat seinen Verleumdungsprozess gegen das US-Magazin «Vanity Fair» gewonnen.

Ein Londoner Gericht verurteilte die Herausgeber Conde Nast am Freitag zu einer Entschädigungszahlung von 50.000 Pfund (70.00 Euro). In dem Prozess ging es um einen Artikel aus dem Jahre 2002, wonach Polanski auf dem Weg zum Begräbnis seiner ermordeten Ehefrau Sharon Tate eine Schwedin verführt haben soll.

Der Regisseur wies dies als niederträchtige Lüge zurück. Sein Anwalt John Kelsey-Fry machte geltend, Polanski werde in dem Artikel geradezu als Monster präsentiert. Die hochschwangere Schauspielerin Sharon Tate wurde 1969 in Los Angeles von Anhängern des Serienkillers Charles Manson brutal ermordet. Die Verleger Conde Nast räumten später ein, der in dem Artikel beschriebene Vorfall habe sich nicht unmittelbar vor dem Begräbnis Tates zugetragen, sondern etwa zwei Wochen später. Die Substanz entspreche jedoch der Wahrheit.

Der in Polen geborene Polanski floh 1978 aus den USA nach Frankreich, weil ihm wegen Geschlechtsverkehrs mit einer 13-Jährigen eine hohe Gefängnisstrafe drohte. Frankreich hat für einen solchen Fall keine Auslieferungsvereinbarung mit den Vereinigten Staaten, wohl aber Grossbritannien. Deshalb war Polanski bei dem Prozess in London nur per Video zugeschaltet.

(dapd)

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