Klage gegen Presse: Polanski will 330 000 Franken für Bilder
Aktualisiert

Klage gegen PressePolanski will 330 000 Franken für Bilder

Dutzende Medienleute hatten Roman Polanskis Chalet in Gstaad belagert, als er aus der U-Haft in den Hausarrest überstellt wurde. Nun will der Starregisseur Schadenersatz von der französischen Presse.

Von einer Zeitung und zwei People- Magazinen verlangt Polanski Schadenersatz, weil sie Fotos von ihm und seiner Familie publiziert haben. Der französisch-polnische Regisseur wirft dem «Journal du Dimanche» und den Magazinen «VSD» und «Voici» vor, das Recht auf sein eigenes Bild und das Recht auf Privatsphäre verletzt zu haben und fordert von ihnen je 75 000 Euro (110 500 Franken, insgesamt rund 330 000 Franken).

Die Fotos zeigen Polanski bei der Ankunft in seinem Gstaader Ferienhaus, wo ihn seine Frau und die zwei Kinder in Empfang nehmen. Die drei Publikationen verteidigten die Veröffentlichung am Dienstag als legitim. Die Bebilderung sei «angemessen» ausgefallen.

Bereits vergangene Woche hatte ein Pariser Richter Polanskis Klage wegen Verletzung der Privatsphäre gegen die Zeitung «Le Parisien» geprüft. Sein Urteil soll am Freitag verkündet werden.

Hunderte Journalisten und Fotografen aus aller Welt hatten Anfang Dezember tagelang vor Polanskis Chalet in Gstaad ausgeharrt, um Bilder und Informationen des französisch-polnischen Doppelbürgers zu erhalten.

Polanski war am 26. September in Zürich festgenommen worden. Seit dem 4. Dezember wartet er in seinem Ferienhaus in Gstaad auf eine mögliche Auslieferung in die USA. Polanski soll 1977 eine damals 13-Jährige vergewaltigt haben. Nach kalifornischem Recht muss er in den USA mit einer Haftstrafe von maximal zwei Jahren rechnen. (sda)

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