Affäre Polanski: Polanskis Anwälte stecken in der Zwickmühle
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Affäre PolanskiPolanskis Anwälte stecken in der Zwickmühle

Was werden Roman Polanskis Anwälte tun? Ziehen sie die ihm vom Bundesstrafgericht verweigerte Haftentlassung ans Bundesgericht weiter, bleibt vorerst kein Raum für ein neues Haftentlassungsgesuch.

Polanskis Problem: Auf ein erneutes Haftentlassungsgesuch tritt das Bundesamt für Justiz (BJ) grundsätzlich nicht ein, solange über ein früheres nicht rechtskräftig entschieden ist. Wie BJ-Sprecher Folco Galli auf Anfrage der SDA bestätigte, entspricht es der gängigen Praxis des BJ.

Sollte Polanskis Schweizer Anwalt Lorenz Erni den abschlägigen Haftentlassungsentscheid des Bundesstrafgerichts ans Bundesgericht weiterziehen, wäre ein neues Haftentlassungsgesuch deshalb vorerst nicht möglich.

Weiteres Vorgehen unbekannt

Dasselbe würde laut Folco Galli gelten, wenn Polanski ein erneutes Entlassungsgesuch innert der noch laufenden Rechtsmittelfrist von 10 Tagen erheben würde, ohne ausdrücklich seinen Verzicht auf einen Weiterzug ans Bundesgericht zu erklären.

Bis zum jetzigen Zeitpunkt war von Lorenz Erni nicht in Erfahrung zu bringen, welchen Weg er einschlagen wird. Das Bundesstrafgericht hatte vergangene Woche Polanskis Beschwerde gegen den Auslieferungshaftbefehl abgewiesen. Das Gericht bejahte bei Polanski eine hohe Fluchtgefahr und - motivation.

Die angebotene Kaution in Form der Beschlagnahme seines Gstaader Chalets erachteten die Richter in Bellinzona als nicht gesetzeskonform. Polanski wurde gleichzeitig die Möglichkeit aufgezeigt, beim BJ ein neues Haftentlassungsgesuch mit dem Angebot einer gültigen Kaution, etwa einer Bankgarantie, einzureichen.

Maximal zwei Jahre

Am vergangenen Donnerstagabend ist beim BJ das offizielle Auslieferungsersuchen der USA eingetroffen. Aus diesem geht hervor, dass Polanski wegen Geschlechtsverkehr mit Minderjährigen in den USA maximal zwei Jahre Gefängnis drohen. Polanski hatte 1977 Sex mit einer 13-Jährigen gehabt.

Der französisch-polnische Starregisseur war am 26. September in Zürich gestützt auf ein amerikanisches Haftersuchen festgenommen worden. Seither sitzt er in Auslieferungshaft. Er hat grundsätzlich auch die Möglichkeit, seiner Auslieferung zuzustimmen. (sda)

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