«Polarstern» birgt russische Eisstation
Aktualisiert

«Polarstern» birgt russische Eisstation

Eine seit Monaten in der Nähe des Nordpols treibende russische Eisstation ist am Donnerstag von der Besatzung des deutschen Forschungsschiffes «Polarstern» geborgen worden.

Die Reste der Station bestanden unter anderem aus zwei Traktoren und 300 Fässern Treibstoff. Die Station «Nordpol-32» mit zwölf Männern und zwei Hunden sei bereits am 4. März in Seenot geraten und evakuiert worden, teilte das Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung (AWI) am Freitag mit.

«Nordpol-32» war nach AWI-Angaben in den vergangenen Jahren die einzige Station, die auf einer Eisscholle im arktischen Ozean driftete. Sie wurde Ende April 2003 vom Expedition Center for Arctic and Antarctica (AARI) in Moskau aufgebaut.

Zehn Monate sei die Arbeit erfolgreich verlaufen, bis das Forschungsprogramm zwei Monate vor dem geplanten Abbau aufgegeben werden musste. Packeis hatte sich über die Scholle geschoben und sie unter Wasser gedrückt. 16 Baracken und Container waren in der See versunken.

Die Besatzung und die Hunde warteten zwei Tage auf Hilfe, bis sie von einem russischen Helikopter gerettet wurden. Der grösste Teil der Ausrüstung musste auf der Eisscholle zurückbleiben.

Die «Polarstern»-Crew habe sich während ihrer 20. Arktisexpedition wegen drohender Umweltschädigungen zur Bergung entschlossen, teilte das AWI weiter mit. Alles geborgene Material werde den russischen Stellen übergeben, sagte AWI-Logistikleiter Hartwig Gernandt gegenüber der Nachrichtenagentur dpa.

(sda)

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