Polen kritisiert Haltung der EU zu Auslandseinsätzen
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Polen kritisiert Haltung der EU zu Auslandseinsätzen

Der polnische Staatspräsident Lech Kaczynski hat kritisiert, dass sich die EU bei der Entsendung von Soldaten zu Auslandseinsätzen zurückhalte: «Eine Union aus 25 reichen Nationen sollte keine Schwierigkeiten haben, 100 000 gut ausgebildete und gut ausgerüstete Soldaten bereitzustellen».

Es sei eines der Übel Europas, nicht genügend Truppen aufbringen zu können, um Konflikte zu kontrollieren, sagte Kaczynski am Montag in einem Interview der Nachrichtenagentur AP in New York.

Polen hat derzeit 200 Soldaten bei der UN-Mission UNIFIL im Libanon und hat angekündigt, die Zahl auf 500 aufzustocken. Eine weitere Verstärkung um 200 bis 300 Mann im kommenden Jahr sei möglich, sagte Kaczynski. In Afghanistan sind 100 polnische Soldaten stationiert, ihre Zahl soll bis Februar auf 1.000 steigen. Im Irak sind 900 polnische Soldaten am Einsatz unter US-Führung beteiligt. Sie sollen bis Ende 2007 dort bleiben «und nicht länger», wie Kaczynski sagte. «Wir sind überall, wo wir gebraucht werden», erklärte er. (dapd)

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