Polit-Duell: Mörgeli vs. Schneller
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Polit-Duell: Mörgeli vs. Schneller

SVP-Hardlinder Christoph Mörgeli und die Präsidentin der Jungfreisinnigen, Lena Schneller, kreuzten im eTalk vom 28. September die Klingen.

20minuten.chGuten Tag, Frau Schneller, guten Tag Herr Mörgeli, herzlichen Dank, dass Sie an unsrem etalk teilnehmen.

20minuten.chFrau Schneller, können Sie uns sagen, wie Ihr Wahlkampfwochenende aussieht?

Lena SchnellerIch habe am Morgen eine Veranstaltung in Hombrechtikon. Dort besuchen wir ein Minergie-Haus. Der Nachmittag ist für administrative Arbeiten und am Abend treffe ich endlich mal wieder Freunde und Bekannte.

20minuten.chHerr Mörgeli, welches ist Ihr Politprogramm an diesem Wochenende?

Christoph MörgeliHeute Abend Gewerbeaussetellung in Marthalen. Morgen ein Projekt, Kandidaten und ihr beruflicher Jugendtraum des Tagesanzeigers. Ich treffe mich mit einer Kinderbuchillustratorin. Am Sonntag habe ich etwas mehr Zeit fürs Privatleben.

20minuten.chFrau Schneller, Herr Mörgeli, in einer Myvote-Umfrage von dieser Woche, gaben rund sechzig Prozent der Teilnehmer an, sie wünschten sich ein besseres Benehmen von den Wahlkämpferinnen und Wahlkämpfern. Wie viel Anstand braucht die Politik?

Lena SchnellerIch habe bisher wenige Leute erlebt, die mit mir unanständig umgegangen sind. Als Jungpartei sind wir vielfach frech, aber nicht unbedings unanständig. Solange der Respekt gewahrt bleibt, ist die Politik auch anständig.

Christoph MörgeliDas wäre wünschenswert aber gegen Unanständigkeit darf man nicht anständig bleiben. Und das eine Parlamentskommission, Bundesrat Blocher aus dem Amt putschen wollte, ist ein Skandal, den ich nie für möglich gehalten hätte.

20minuten.chFür die über 2000 Umfrage-Teilnehmer war eines klar: Die SVP hat am meisten Schuld am unfairen Wahlkampf...

Christoph MörgeliDas ist das Ergebnis unserer einseitigen Polit- und Medienlandschaft. Tatsache ist, wir hätten niemals zu so perfiden Unterzügen gegriffen, um politische Gegner zu bekämpfen. Unsere Stärke sind die Argumente.

Lena SchnellerIch denke, dass hängt vorallem auch mit der Polarisierung zusammen, dass auch sowohl ganz links und auch rechts die SVP härter gegeneinander auftreten, wie eine Mittepartei.

Christoph MörgeliDie traurigste Roller beim Putschversuch gegen Blocher spielten leider gerade Vertreter der Mitte, Frau Meier Schatz, CVP, sowie Mark F. Suter, FDP.

Lena SchnellerOb es ein Putschversuch war, können wir ja später noch diskutieren.

20minuten.chHerr Mörgeli, was werden Sie insbesondere für die jungen Schweizerinnen und Schweizer tun?

Christoph MörgeliDen Jungen ist am besten gedient, wenn sie weiter mitbestimmen können, wir also der EU nicht beitreten werden. Wenn wir weniger Jugendgewalt, Ausländerkriminalität, Asyl- und Sozialmissbrauch haben.

20minuten.chFrau Schneller, was könnten Sie für die Jugend tun?

Lena SchnellerDa ich selber noch jung bin, sehe ich mich als Vertreterin der jungen Anliegen. Ich setze mich vorallem für eine generationenverträgliche Politik ein. Was heisst, dass man heute nicht im Überfluss auf Kosten künftiger Generationen legen kann; konkret Schuldenabbau, AHV etc.

Peter_WeberWieso provoziert die SVP autonome und linke Gruppen? Warum dieser Marsch durch Bern?

Christoph MörgeliEs handelt sich weder um eine Provokation, noch um einen Marsch durch Bern, sondern um eine politische Kundegebung und einen Fröhlichen Umzug. 20minuten.chFrau Schneller, was sind Ihre Antworten zum Wahlkampfschlagerthema Jugendgewalt?

Lena SchnellerJugendgewalt ist definitv ein Problem. ich sehe verschiedene Möglichkeiten, das man zum einen mit einer Repression früher eingreift und die Jugendlichen auch bei leichten Straftaten vor den Richter geführt werden.Reto_KlausFrau Schneller, was halten Sie von der Ausschafungs-Initiative krimineller Ausländer?

Lena SchnellerIch finde die Initiative geht am Problem vorbei. Zum einen sehe ich nicht, die Familie mit dem jugendlichen Straftäter ausgewiesen werden soll.

Christoph MörgeliDie AUsschaffungsinitiative ist eine starke Lösung im Interesse der Schweizer Bevölkerung und all jender ausländer, die sich völlig korrekt verhalten.

Lena SchnellerWir müssen eben viel mehr schauen, dass es gar nicht so weit kommt, dass ein Ausländer missbräuchlich Sozialleistungen bezieht oder dealt. In dem wir im Zeitpunkt, in dem er in die Schweiz zuzieht, eine Integrationsvereinbarung mit dem Ausländer zu treffen.

Ella_PixellaHerr Mörgeli, im Ausland ist die Schweiz bereits für die Ausländerfeindlichkeit bekannt. Was sagen Sie dazu?

Christoph MörgeliDie Schweiz lebt mit dem grössen Ausländeranteil aller Staaten (Abgesehen von Kleinstländern) ässerst friedlich und tolerant zusammen. Von Ausländerfeindlichkeit kann keine Rede sein und wenn die englische Bevölkerung nicht so wenig Mitbestimmung hätte, würde dort das Ausländerproblem zweifellos auch ganz anders angepackt.

Kathrin_GraberFrau Schneller, müsste die FDP denn nicht auch provozieren, damit sie gehört und gesehen wird im Wahlkampf?

Lena SchnellerNein. Wir überzeugen mit Inhalten.

Rolf_MelligerHerr Moergeli was kommt oder wer kommt nach dem Blocher Zeitalter ?

Christoph MörgeliWenn eine ältere Wettertanne nicht mehr da ist, gibt es Raum für viele kräfige und jüngere Tännchen.

Lena SchnellerSpannend. Darum sieht man im Moment auch auf jedem Plakat Herr Blocher.

Christoph MörgeliDas ist so, weil er als Einziger Bundesrat konkret mit der Abwahlt bedroht wird und Herrn Couchepin würde ich wirklich auch nicht aufs Plakat setzen.

Max_BeckfleschFrau Schneller, war der Duce vergleich von Couchpin nicht unter der Gürtelline?

L_SchnellerIch fand es schade, dass Herr Couchepin diesen Vergleich gebracht hat. Weil er damit eine geschichtliche Tragödie verniedlicht.

Christoph MörgeliDie FDP hätte wirklich bessere Vertreter verdient und müsste doch argumentativ nicht aus dem letzten Loch pfeiffen. Wenn jemand die Demokratie und die Volksrechte ernst nimmt, dann ist es Christoph Blocher.

Fabienne_GFrau Schneller, haben Sie nicht das Gefühl das die FDP im Wahlkampf eine verlierer Rolle haben wird, weil Sie weder bürgerlich noch sonst was ist?

Lena SchnellerNein, das glaube ich nicht. An Veranstaltungen sehe ich, dass sehr viele Menschen mit unserer Politik etwas anfangen können.

Toby_WanIn Zürich kooperieren die SVP mit der FDP im Wahlkampf, trotzdem schiesst Herr Mörgeli gegen den FDP Bundesrat. Ein wiederspruch?

Christoph MörgeliEs ist mir nicht bewusst, auf einen amtierenden FDP-Bundesrta geschossen zu haben. Jedenfalls nicht, vor dem unseeligen Mussolini-Vergleich. Die FDP im Kanton Zürich steht uns jedefalls näher als die Links Grüne Seite.

20minuten.chFrau Schneller, was halten Sie von Bündnissen mit der SVP?

Lena SchnellerLieblingfrage im Moment :-) Wir brauchen eine bürgerliche Vertretung aus dem Kanton Zürich und als Partner steht uns hier im Kanton Zürich nur die SVP zur Verfügung.

Lukas_RoederIch würde gerne etwaas über den Geheimplahn wissen?

L_SchnellerIch auch :-)

Christoph MörgeliDer Geheimplan bestand darin, dass Bundesanwaltschaft, Parlamentarier und einzelne Bundesräte harmlose Notizen eines Bankiers dazu missbrauchten, den Justizminister krimineller Machenschaften zu verdächtigen, um ihn aus dem Amt zu stossen.

dan_rauOffenbar spielt aber Blocher im Wahlkampf eine zentrale Rolle!

Lena SchnellerFür meinen persönlichen Wahlkampf spielt Herr Blocher überhaupt keine Rolle. Ich setze mich vorallem dafür ein, dass die Jungfreisinnigen in allen Kantonen und die FDP an Wählerstimmen gewinnen kann. Da habe ich keine Zeit, mich noch um Blocher zu kümmern.

Christoph MörgeliHerr Blocher steht für die überzeugende SVP-Politik welche die anderen schwächen wollen. Frau Calmi heuchelt, Bundesräte sollten sich nicht in den Wahlkampf einmischen, gleichzeitig sieht man sie auf riesigen SP-Inseraten und mit Bild und Unterschrift auf sämtlichen SP- Wahlkampf- Bettelbriefen.

Pat_WassmerHerr Mörgeli, wird die SVP definitiv in die Opposition gehen, wenn BR Blocher abgewählt wird?

Christoph MörgeliDas ist so und wurde bereits von der Fraktion beschlossen. Wir haben dann einen anderen Auftrag mit Christoph Blocher als Oppositionschef. Und mit seinen vier Jahren Regierungserfahrung muss sich der neue Bundesrat sehr warm anziehen.

Kathrin_GraberFrau Schneller, Sie lehnen das Stimmrechtsalter 16 ab, oder? Warum gibt es dann die Jungfreisinnigen, wenn Sie gegen politische Aktivitäten von Jugendlichen sind?

Lena SchnellerIch bin überhaupt nicht gegen politische Aktivitäten von Jugendlichen. Im Gegenteil. Nur denke ich, dass das Stimmrechtsalter nicht das richtige Mittel ist um das politische Interesse der Jugendlichen zu stärken. Ich sehe nicht ein, warum das Zivilrechtsalter und das Stimmrechtsalter verschieden sein sollen. Da stimmen 16-Jährige z.B. über Steuervorlagen ab obwohl sie selber noch gar nicht steuerpflichtig sind.

20minuten.chHerr Mörgeli, Stimmrechtsalter 16?

Christoph MörgeliIch schliesse mich Frau Schneller an, mit 16 Jahren hat man wahrlich noch andere Interessen und trägt noch zu wenig Verantwortung am Gemeinwesen.

Lena SchnellerWas man hingegen dringend ausbauen muss, ist der Staatskunde-Unterricht.

Papa_TomGlauben sie der Staatskundeunterricht muss obligatorisch werden?

Lena SchnellerJa.

Christoph MörgeliIch erlebe dass die Jungen durchaus Interesse haben an der Politik und speziell an den Anliegen der SVP. Kein Wunder, sind sie doch oft Opfer von Gewalt, Bedrohungen, Erpressungen und unangenehmer Anmache,

Brabbel_3- @Mörgeli: Sie sind als Museumsverwalter eigentlich Staatsangestellter. Leben sie nicht in der sozialen Hängematte für die sie die linken immer kritisieren?

Christoph MörgeliNein, es ist nun mal so, dass Professoren öffentlich angestellt sind. Wenn wir unere Arbeitgeber nicht mehr kritisieren dürfen, müsste man ja allen Gewerkschaftern verbieten, ihre Arbeitgeber zu kritisieren.

Rene_MeierFrau Schneller, was sehen sie persönlich als die grössten Probleme der Schweiz?

Lena SchnellerDas grösste Problem der Schweiz sehe ich in der kommenden Überalterung der Gesellschaft.

20minuten.chHerr Mörgeli, was macht Ihnen am meisten Sorgen?

Christoph MörgeliDass wir zunehmend die Sicherheit im eigenen Land verlieren. Ausländerkriminalität, Asyl und Sozialmissbrauch machen alt und jung zunehmend zu schaffen. Es darf nicht sein, dass diejenigen, die arbeiten, sich als die Dummen vorkommen,

hans_heiriHerr Mörgeli. Was ist ihre Einstellung bezüglich Kinderkrippenplätze?

Christoph MörgeliIch unterstütze die Wirtschaft, wenn sie im Interesse der Arbeitnehmerinnen solche Plätze zur Verfügung stellt. EIne Staatsaufgabe ist dies aber nicht. Denn Elternschaft hat viel mit Selbstverantwortung zu tun.

Lena SchnellerIch setze mich ein für eine Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Dazu braucht es sicherlich u.A. noch mehr Krippenplätze. Das grösste Problem sehe ich in der Überregulierung bei der Errichtung und dem Betrieb von Kinderkrippen.

Lena SchnellerIch verstehe z.B. nicht, warum man in Kinderkrippen nur Flüssigseife und Papiertücher benutzen darf.

rolf_hauserFrau Lena Schneller, sind sie für das legalisieren von Cannabis respektive für das konsumieren von Cannabis ?

Lena SchnellerJa, ich bin für die Legalisierung. Zum einen weil die vielen Jugendlichen, die beriets kiffen entkriminalisiert werden. Zum anderen bin ich auch der Meinung, dass es legal weniger attraktiv ist wie zur Zeit.

20minuten.chHerr Mörgeli, was meinen Sie zum Kiffern und den Kiffern?

Christoph MörgeliIch bin dagegen. Denn die Wissenschaft hat aufgezeigt, dass die sogenannt weichen Drogen, in ihren Wirkstoffen immer härter und damit gefährlicher werden. Cannabis ist keineswegs harmlos, sondern führt zu schwerden Schädigungen an Geist und Körper.

Ella_PixellaWie sieht Ihre Stellungnahme in Bezug auf Durchsetzung des Alkohol- und Rauchverbots bei Jugendlichen aus?

Lena SchnellerIch finde den Vorschlag des BAGs, dass Alkohol an Jugendliche nach 21 Uhr nicht mehr verkauft werden darf, schlicht und einfach unsinnig. Als nächstes verbietet das BAG Übergewichtigen tagsüber in Restaurants zu gehen.

Christoph MörgeliAlterskontrollen bei der Alkoholabgabe sind sinnvoll, nicht aber Zeitbeschränkungen. Beim Rauchen hätte ich lieber ein rücksichtsvolles Benehmen der Raucher gegen uns Nichtrauchern, strikte Verbote sind mir als Liberalem nicht besonders sympathisch.

Lena SchnellerDas Rauchverbot in öffentlichen Räumen unterstütze ich. Allerdings bin ich der Meinung, dass Restaurationsbetriebe frei wählen dürfen, ob man bei ihnen rauchen darf oder nicht.

Stefan_BetschartWie sehen Ihre Pläne zukünftig aus in Sachen Energiepolitik? Atom ausbauen, Wasserkraft stärken?!

Christoph Mörgelida heute funktionnierende Atomkraftwerde in näherer Zukunft nicht mehr betrieben werden können, sind für eine sichere Energieversorgung neue Kernkraftwerke notwendig. Die Schweiz hat mit Atom und Wasserkraftenergie eine vorzüglich saubere Energiegewinnung im Gegesatz zu den Linken, die etwa in Deutschland alles andere als Co2 Kohlenkraftwerke bauen.

Lena SchnellerIch setze mich ein, dass die Energieeffizienz erhöht wird und alternative Energien gefördert werden. Dies wird aber nicht ausreichen, um den Strombedarf unseres Landes künftig decken zu können. Daher bin auch ich der Meinung, dass unsere Atomkraftwerke ersetzt werden sollen.

Lukas_RoederHerr Mörgeli: Was wollen Sie für den Umweltschutz unternehmen?

Christoph MörgeliDie SVP ist die Partei der Umweltpraktiker unsere Leute besorgen das Grünland, den Wald sowie die Altweiden und engagieren sich inder Abfallentsorgung und Wasserreinigung. Um die Umweltpolitik kommt nur voran, wenn wir eine starke Wirtschaft haben. Am schlimmsten für die Umwelt ist der Sozialismus. Sehen sie die ehemalige UdssR mit Verstrahlungen, Vergiftung von Gewässern und Boden.

andy_76was halten sie von autofreien sonntagen?

Lena SchnellerNicht viel, aber es stört mich auch nicht wenn es nicht jeden Sonntag ist.

Riccardo_Fischerwas halten sie von sonnenenergie?

Lena SchnellerIch hoffe, dass in Zukunft viele Schweizer Bürger ein Interesse daran haben, einen Teil ihres Strombedarfs aus Solarzellen auf ihrem eigenen Dach zu beziehen.

Ella_PixellaWas sagen Sie zum Verbot von SUVs in Städten?

Christoph MörgeliIch bin gegen eine Neid- und Verbotskultur, wäre aber froh, wenn sich Aglomerationsmenschen überlegen würden, ob sie wirklich einen solchen Fahrzeugtyp brauchen. Denn sie sind ja weder Pferdehändler, noch Landwirte oder Tierärzte.

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