Nach Versuch mit Bordell: Politik will ein neues Gesetz
Aktualisiert

Nach Versuch mit BordellPolitik will ein neues Gesetz

Seit der
Wiedereröffnung des Bordells Hotel Schloss Nidau hat die Polizei dort uneingeschränkt Zutritt. Ein kantonales Gesetz soll nun die Sexarbeiterinnen schützen.

von
Simone Hubacher

Grossrazzia mit hundert Polizisten und Festnahmen wegen Verdacht auf Menschenhandel: Nach dieser Aktion vor zwei Jahren mussten die Behörden das Bordell Hotel Schloss Nidau für mehrere Monate schliessen. Die Wiedereröffnung im Sommer 2007 knüpfte Regierungsstatthalter Werner Könitzer an klare Bedingungen und zog gestern nun eine erste positive Bilanz. «Die Kapo hat seither uneingeschränkt Zutritt für Kontrollen, ebenso die Beratungsstelle Xenia für Gespräche mit den Sexarbeiterinnen», so Könitzer.

Bei den Kontrollen der Polizei hätten alle Prostituierten die nötigen Aufenthalts- und Arbeitsbewilligungen gehabt. Auch seine übrigen Auflagen wie marktübliche Mietpreise für Zimmer und fremdsprachige Merkblätter seien eingehalten worden. Könitzer fordert nun ein Gesetz für alle Sexarbeiterinnen im Kanton Bern. Dasselbe wollen auch 51 Berner Grossräte – sie haben eine entsprechende Motion unterzeichnet.

«Wenn ein Gesetz, dann soll es nicht einfach Verbote enthalten, sondern ganz klar auch die Rechte der Sexarbeiterinnen deklarieren», sagt Martha Wigger von der Beratungsstelle Xenia.

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