Wegen Dirnen: Politiker befürchten Wohnungsnot

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Wegen DirnenPolitiker befürchten Wohnungsnot

Nach dem drohenden Aus für ein Puff in der Lorraine fordern Stadträte jetzt ein Rotlichtkonzept für Bern.

von
nj
Das Bordell am Lagerweg in der Lorraine.

Das Bordell am Lagerweg in der Lorraine.

Statt in Bordellen schaffen in der Stadt Bern immer mehr Frauen illegal in Privatwohnungen an. «Dieser Trend hält an», so Fremdenpolizeichef Alexander Ott. Nun droht die gerichtlich verfügte Schliessung des Etablissements am Lagerweg 12 in der Lorraine die Situation noch zu verschärfen. Bis zu 70 Sexarbeiterinnen würden bei einem Aus für das Puff den Arbeitsplatz verlieren und könnten in Wohnungen abwandern. Welche Probleme dies mit sich bringen könnte, weiss Stéphanie Berger vom Verein Xenia: «Frauen, die alleine arbeiten müssen, fehlt es an Schutz.» Auf der Beratungsstelle sehe man sie erst, wenn schon etwas passiert sei. Zudem gebe es teils Probleme mit Nachbarn.

Andere Befürchtungen hegen die Stadträte Werner Pauli (AP) und Ueli Jaisli (SVP). «Hier werden Wohnungen der eigent­lichen Nutzung ent­zogen», so Pauli. «Und das, obwohl in der Stadt ohnehin schon Wohnungsmangel herrscht.» Für ihn steht fest: «Der Gemeinderat muss handeln. Es braucht ein Konzept für das Milieu.» Man müsse den Frauen alternative Arbeitsmöglichkeiten wie etwa Sex-Boxen bieten.

Auch bei Xenia will man Veränderungen: «Wir arbeiten stetig an einer Verbesserung der Arbeitssituation für Sexarbeiterinnen», so Berger. (nj/20 Minuten)

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