Aktualisiert 29.04.2019 08:08

Solothurn

Politiker-Briefkästen mit Feuerwerk gesprengt

Unbekannte sprengten die Briefkästen von Juso- und SP-Politikern. Laut Polizei wurden dabei Feuerwerkskörper verwendet. Sie sucht Zeugen.

von
pam/daw
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Die Attacke machte die Juso Solothurn auf Facebook publik.

Die Attacke machte die Juso Solothurn auf Facebook publik.

Juso
Geplanter Brandanschlag: Der Briefkasten wurde mit einem Filzstift markiert.

Geplanter Brandanschlag: Der Briefkasten wurde mit einem Filzstift markiert.

Juso Solothurn
Der Briefkasten von Franziska Roth, der Präsidentin der SP Solothurn, wurde ebenfalls gesprengt.

Der Briefkasten von Franziska Roth, der Präsidentin der SP Solothurn, wurde ebenfalls gesprengt.

www.sp-so.ch

Schock bei den Jungsozialisten und der SP: Am Samstagabend zündeten Unbekannte fast zeitgleich in Briefkästen von drei SP- und Juso-Politikern des Kantons Solothurn Sprengkörper. Nun ist klar: Laut der Solothurner Kantonspolizei verwendeten die Täter Feuerwerkskörper. Welche Art verwendet wurde, werde noch untersucht, bestätigte Kapo-Sprecher Thomas Kummer am Montag.

Laut Kummer müssen die Unbekannten die Feuerwerkskörper vor Ort gezündet haben. Deshalb sucht die Polizei Zeugen, die am Samstagabend zwischen 21 und 22 Uhr im Bereich der Dürrbachstrasse, dem Höhenweg sowie dem Rötiquai in Solothurn verdächtige Beobachtungen gemacht haben. Laut Polizeiangaben versuchten die Täter zudem, die Briefkästen in Brand zu stecken. Bei den drei Attacken seien an Briefkästen wie Gebäuden Schäden in der Höhe von mehreren Tausend Franken entstanden.

Ziel der Anschläge waren die Briefkästen der Solothurner SP-Präsidentin Franziska Roth, der kantonalen Juso-Präsidentin Lara Frey sowie des SP-Präsidenten der Amtei Solothurn-Lebern, Philipp Jenny.

«Ganzes Haus hörte Knall»

Wie die Solothurner Juso auf ihrer Facebook-Seite schreibt, verursachte der eine Anschlag einen Brand im Mehrfamilienhaus. «Hätte eine Anwohnerin den Brand nur 3 Minuten später bemerkt, wäre das ganze Haus in Flammen gestanden.»

«Es müssen massive Böller gewesen sein», sagt SP-Kantonsrätin Roth zur «Solothurner Zeitung». Denn das ganze Haus, in dem sie wohne, habe den Knall gehört. Weiter erzählt Roth, dass vor einigen Wochen mit Filzstift ein schwarzes Kreuz auf ihren Briefkasten gemalt worden sei – genauso wie bei den anderen beiden Politikern. Betroffen mache sie, dass eine Person hätte zu Schaden kommen können, wäre diese gleich neben dem Briefkasten gestanden. Roth will über die Hintergründe der Tat nicht spekulieren. Sie könne sich aber vorstellen, dass die Angriffe mit dem 1. Mai zu tun hätten.

Juso verurteilt Attacke

Die Solothurner Juso-Präsidentin Lara Frey meldet sich derweil via Facebook zu Wort. An die Adresse der Täter schreibt sie: «Überlegt euch das nächste Mal zuerst, wie viele Personen ihr gefährdet mit solch schwachsinnigen Aktionen!» Und ihre Partei schreibt: «Wir finden es nicht nur grausam und abscheulich, sondern auch feige, zu konkreter Gewalt in Form von einem hinterlistigen Brandanschlag zu greifen, insbesondere da die Tat anonym durchgeführt wurde.»

Und weiter: Man werde die politischen Aktivitäten in keiner Weise ändern. Einschüchterung sei kein demokratisches Mittel. «Solche Aktionen müssen wir unbedingt im Keim ersticken, weil ansonsten die Folgen fatal sein werden.»

«Das macht uns Angst»

In einer ersten Reaktion zeigt sich auch Tamara Funiciello, Präsidentin der Juso Schweiz, schockiert. Sie verurteilt die Attacke scharf: «Das macht uns Angst. Wenn man mit Gewalt versucht, politische Meinungen zu unterdrücken, ist unsere Demokratie in Gefahr.» Es dürfe nicht sein, dass junge Menschen, die sich politisch engagierten, eingeschüchtert würden. «Was hier abgeht, ist jenseits von Gut und Böse.» Die Juso Solothurn stehe in Kontakt mit der Polizei und kläre das weitere Vorgehen ab. Sie habe keine Ahnung, wer die Täterschaft sein könnte.

Es sei aber schon der zweite Vorfall innert weniger Wochen, der zu denken gebe. Laut Funiciello wurde kürzlich bei einem Juso-Mitglied im Kanton Schwyz eingebrochen und ein Transparent entwendet.

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