Politiker fordern Ausschaffung für «Black Axe»-Mafiosi

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«Black Axe»Politiker fordern Razzien und Ausschaffung für nigerianische Mafiosi

Nachdem sich die nigerianische Mafia-Gruppe «Black Axe» in der Schweiz ausbreitet, fordern rechte Politiker mehr Polizeipräsenz, Razzien und Ausschaffungen. Für die Linke ist das der falsche Weg.

von
Daniel Graf
Mikko Stamm
Noah Knüsel
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Eine Bar an der Zürcher Langstrasse soll eine kriminelle Organisation namens «Black Axe» beherbergen. 

Eine Bar an der Zürcher Langstrasse soll eine kriminelle Organisation namens «Black Axe» beherbergen. 

20min/Marco Zangger
Die Mafia-Bande aus Nigeria soll Menschenhandel und Zwangsprostitution betreiben, wie Recherchen der NZZ zeigen. 

Die Mafia-Bande aus Nigeria soll Menschenhandel und Zwangsprostitution betreiben, wie Recherchen der NZZ zeigen. 

20min/Marco Zangger
Rechte Politiker fordern jetzt ein hartes Durchgreifen der Polizei.  

Rechte Politiker fordern jetzt ein hartes Durchgreifen der Polizei.  

20min/Marco Zangger

Darum gehts

  • Als Reaktion auf die Ausbreitung der «Black Axe»-Mafia fordern Politikerinnen und Politiker nun hartes Durchgreifen.

  • SVP-Nationalrat Mauro Tuena etwa ist bereit, der Polizei mehr Kompetenzen zu geben.

  • «Es braucht mehr Razzien und Polizei», sagt FDP-Politikerin Doris Fiala.

  • Alois Gmür von der Mitte fordert konsequente Ausschaffung von verurteilten Tätern.

  • Für Grünen-Nationalrätin Marionna Schlatter ist die Koordination zwischen Behörden am wichtigsten.

  • Und SP-Politikerin Min Li Marti fordert besseren Zugang zu Opferhilfe-Stellen.

Die nigerianische Mafia-Gruppierung «Black Axe» breitet sich in der Schweiz aus, wie eine neue Recherche zeigt. Sie soll in Menschenhandel, Zwangsprostitution, Romance Scams und Geldwäscherei verstrickt sein – und das weitgehend unbehelligt von der Schweizer Justiz.

Das wollen Politikerinnen und Politiker von rechts bis links nun ändern. So fordert etwa SVP-Nationalrat Mauro Tuena ein hartes Durchgreifen der Behörden: «Sie müssen alles unternehmen, damit sich diese Gruppe nicht weiter ausbreiten kann», sagt der Präsident der Sicherheitspolitischen Kommission.

«Rechtsfreien Räumen den Kampf ansagen»

Für Tuena ist klar, dass solche Ermittlungen viel Zeit brauchen: «Es ist aber wichtig, dass die Beweise vor Gericht standhalten, damit harte Urteile gefällt werden können.» An fehlendem Personal oder ungenügenden gesetzlichen Grundlagen werde es nicht scheitern: «Die Politik hat diesbezüglich offene Ohren.»

Ähnlich sieht es FDP-Sicherheitspolitikerin Doris Fiala: «Sicherheit ist die erste Aufgabe des Staats, daher lassen sich Razzien und mehr Polizeipräsenz an der Langstrasse und anderen Hotspots rechtfertigen.» Die Polizei müsse jetzt eine harte Gangart an den Tag legen: «Rechtsfreien Räumen ist der Kampf anzusagen.»

Fachstelle fordert mehr Opferschutz

«Auch bei Überwachung alle Möglichkeiten ausschöpfen»

Mitte-Nationalrat Alois Gmür sagt, er sei «schockiert» gewesen, als er die Recherche gelesen habe. Wichtig sei nun, viele Ressourcen auf die Gruppierung anzusetzen, sowie eine gute Koordination zwischen Kantonen und Bund: «Wir sollten auch bezüglich Überwachung von mutmasslichen Tätern alle Möglichkeiten ausschöpfen.»

Gleichzeitig müssten rigorose Strafen ausgesprochen werden: «Wir müssen solche Leute ausschaffen – und auch schauen, dass sie nicht wieder in die Schweiz kommen.»

Aktive Mitglieder in der Schweiz

Für Links-Grün lösen mehr Polizeikompetenzen das Problem nicht

Für Grünen-Politikerin Marionna Schlatter dagegen sind neue Überwachungsinstrumente der falsche Weg: «Polizei und Nachrichtendienst bekommen schon laufend neue Kompetenzen – doch das löst das Problem nicht.» Grenzüberschreitende organisierte Kriminalität sei eine grosse Herausforderung: «Mafiöse Gruppen wurden in der Schweiz lange unterschätzt.»

Dieses Problem sei aber mittlerweile erkannt und man arbeite an verbessertem Datenaustausch zwischen den Kantonen und mit ausländischen Behörden: «Die Schweiz ist gut aufgestellt mit den Mitteln, die wir haben», so die Nationalrätin.

Wie SP-Nationalrätin Min Li Marti sagt, hätten Opfer oft Angst vor einer Aussage: «Das, weil ihr Leben oder das ihrer Angehörigen bedroht ist.» Wichtig seien daher ein besserer Zugang zu Opferhilfe-Stellen und eine Sensibilisierung der Polizeikorps für die Erkennung von Opfern von Menschenhandel.

Wie sollte die Schweiz auf die Ausbreitung von «Black Axe» reagieren?

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